Wie tut doch ein solcher Tag im Gebirge wohl! Frische Eindrücke ziehen durchs Gehirn; sie fegen all das Eingesperrte hinaus und machen dich frei.

Da steht der Hund! Bald flattern weiße Schneehuhnflügel über den braunen Teppich.

Am Abend.

Wieder auf der Alm. Die Kühe sind noch nicht heimgekommen. Vier Pferde und ein Füllen weiden auf der Wiese. Auf dem Felsen über der Alm klettern einige Ziegen und rupfen das Gras von der Bergwand. Eine Schelle klingelt. Ab und zu meckert ein zartes Zicklein.

Eben geht die Sonne zwischen goldnen Wolken hinter dem Jökul unter. Der goldene Schein verbreitet sich über die höchsten Gipfel. Der Bergrücken hier gerade über dem Weiher erglüht wie rotes Gold.

Wie gelb schon das Birkenlaub geworden ist! Der Herbst hält seinen Einzug, langsam und sicher.

Dunkel liegen die Moore und Weiher im Abendschatten. Dunkel krümmt sich Bergrücken hinter Bergrücken dem Sonnenuntergang entgegen. Aber aus den Tälern dazwischen steigt hell und dunstig der Brodem des Menschenlebens herauf, und hell und blau liegen der Hallingsskarve und der Jökul dort hinten, wo die Sonne untergeht.

Das ist ein Stück Norwegen, das ist das Land, das dir gehört, und es ist so wie kein anderes....

Langsam kommen die Ziegen die Wiese daher. Eine graue meckert fragend. Sie glotzen und wundern sich. Die eine steckt ihr Maul in mein Tagebuch hinein und verwischt die Tinte und reibt sich dann vergnügt an meinem Knie. Na, bitte, jetzt weg ein bißchen! Da ist ja auch die Schellenziege selber. Der Wind raschelt in dem Blatt, auf dem ich schreibe, und erschreckt fährt sie zurück — kommt dann wieder, schnuppert und will gestreichelt sein. Nein, jetzt ruft die Magd, daß die Forelle fertig ist.