Aber ach, welche Mühe kostet es immer, bis man zu einer solchen Fahrt ausgerüstet ist. Neues aller Art muß hergestellt, ausgeprobt und verbessert werden; man hat zu wählen und zu verwerfen. Alles muß völlig instand sein, nichts darf vergessen werden. Das Gehirn wird schlaff und leer, man fühlt sich erschöpft, noch ehe die Arbeit selbst beginnen kann.

Der Dampfer fährt mit den andern um die Küste herum, soll aber nach Geiranger hereinkommen.

Gudbrandstal, 15. Juli.

Die Stadt, die Anstrengung und die Leere liegen hinter mir. Es geht nordwärts durch das Gudbrandstal. Ich fahre die grüne, schäumende Otta entlang...

Das Auge folgt den weißgrünen Wirbeln; man sieht sich wieder frisch an diesem starken Willen, der seinen singenden Siegeslauf durch das Tal, das er selbst gegraben hat, dahinzieht — von keinem Hindernis aufgehalten. Du bist wie das Menschenleben, wie das Mannesalter! Du kommst aus der unbewußten Unschuld der Kindheit, aus dem weißen Schnee, der die knorrige Härte des Gebirges bedeckte, als die Zeit nicht eilte.

Nun hastest du mit der Blindheit des Mannes durch dein Werk, brichst dir selber den Weg und leistest deine Arbeit, um still ins Meer zu verschwinden. Aber von neuem steigen deine Wasser, von neuem fällt Schnee im Gebirge...

Über deinen schäumenden Lauf beugt sich geschmeidig und anmutig die Hängebirke. Du gibst ihren Wurzeln Wasser und ihren Blättern Tau — aber dann eilst du weiter......

Grjotli, 16. Juli.

Wieder oben zwischen Bergen und Schnee. Die Sonne ging gerade unter, und über dem Bergkamm erglühte der Gletscher in tiefem Karmin. Die Flächen und der See unter mir liegen im kalten Abendschatten.