7. August 1900.
Wir kommen von Südwesten in einemfort durch Nebel über das Meer von Island her. Kurzer Sonnenschein am Mittag und am Vormittag gestattete uns einige Sonnenhöhenmessungen. Danach mußten wir auf der Höhe der Insel Jan Mayen sein, aber etwas westlich. Die Temperatur scheint freilich nicht darauf hinzudeuten, daß wir dem Eise nahe sind, denn das Wasser ist warm, über 4 Grad, bis zu einer Tiefe von 20 Metern, und warmes Wasser ist auch noch weiter unten in einer Tiefe von 100 Metern, ja zum Teil bei 200 Metern.
Aber es muß doch so sein, so große Fehler können unsere astronomischen Bestimmungen nicht aufweisen. Die Tiefe war 1207 Meter. Nach Osten zu muß es weniger tief werden, und wir fahren ostwärts.
Aller Augen starrten in den Nebel vor uns, der sich bald etwas lichtete, bald wieder verdichtete, so daß wir kaum zwei Seemeilen, zuweilen nicht eine Meile weit sahen.
Zwei Stunden später, um drei Uhr nachmittags, war die Tiefe 1100 Meter; wir konnten nicht mehr weit entfernt sein.
Eine Stunde später maß die Tiefe 1082 Meter; noch eine Stunde, und sie war 914 Meter. Das ist spannend. Die Augen starren in den Nebel hinein. Man glaubt eine Landzunge zu sehen, die bald kommt, bald verschwindet.
Die Tiefe wird allmählich geringer, bis auf 658 Meter. Der Kurs ist nun genau nördlich, aber auf einmal wird das Wasser wieder tiefer.
Wo sind wir? Sind wir westlich oder östlich von der Insel? Nach dem Besteck müßten wir etwas östlich sein, aber der Kompaß scheint in diesem Fahrwasser wenig zuverlässig. Nach den Sonnenhöhen müßten wir nicht viele Meilen westlich sein, und ein Sonnenblick, den wir am Nachmittag hatten, ergab eine neue Beobachtung, die das bestätigt. Es muß richtig sein. Aber diese zunehmende Tiefe?
Trotzdem wollen wir nach Westen zurückhalten. Nimmt die Tiefe zu, dann müssen wir westlich sein, und dann gilt es nur die Breite zu halten und nach Osten zu gehen, bis wir auf Land treffen.