Am Land erhielten wir vom Kaufmann die neuesten Zeitungen: König Umberto erschossen, in China ungefähr alles beim alten, aber keine Neuigkeiten von zu Hause.

Am nächsten Morgen steuerten wir in den Westfjord hinaus und westwärts nach Svolvär. Ein steifer Wind, aufgeregte See, immer noch treibender Nebel über den Bergspitzen, aber auch ein Sonnenstrahl.

Um acht Uhr morgens erreichten wir Svolvär. Das erste war, an Land zu gehen und Telegramme aufzugeben. Endlich, am Nachmittag, kam Antwort von zu Hause — alles wohl! Am Abend veranstalteten die freundlichen Menschen von Svolvär und Kabelvåg ein Fest für uns.

Am nächsten Morgen kam „Vesterålen“. Hjort, Kapitän Sörensen und die andern begleiteten mich an Bord. Trotzdem es nach Süden ging, stimmte die Trennung wehmütig, und lange winkten wir, bis „Vesterålen“ durch die enge Einfahrt hinausfuhr. Die weiße Mütze Hjorts, der auf der Brücke stand, verschwand hinter dem Holm, und das Schiff tauchte in die Wogen, die in den Westfjord hineinrollten.

Der uns entgegenwehende steife Wind brachte uns drei Stunden Verspätung, so daß wir schon darauf vorbereitet waren, in Drontheim zu spät zum Zug zu kommen, trotzdem Kapitän Nielsen alles tat, um die Verspätung einzuholen.

Am Freitagabend, 17. August, fuhren wir in den Drontheimfjord. Wie friedlich und still es hier war! Der Fjord breit und schön, die Höhen rundum mit Nadelwald bestanden, darunter Gehöfte, Wiesen und Äcker nach dem Wasser zu. Ach dieses Forscherleben, ewig auf der Jagd nach allen Rätseln, ein verwickelter, ruheloser Apparat! Man sehnt sich zurück nach dem einfachen Leben. — —

Der Zug hatte auf uns gewartet, und so ging es in der Nacht nach Süden, den Gulafluß entlang.

Wie wohltuend war es, wieder zu den dunkeln Nächten zurückgekehrt zu sein. Wie die Bergrücken dort oben sich schwarz von dem dämmernden Himmel abheben! Vom Mond dringt etwas Gold durch die Wolke über der Schlucht im Süden. Unten brummt der Fluß mit Stromschnellen und schwarzen Gumpen zwischen den Tannen. Ich erkenne ein Boot. Sie fischen jetzt wohl in der Nacht.

Ich liebe diese dunkle Nacht, wenn sie so sachte sich senkt, alle Kleinlichkeit bedeckt und nur die großen einfachen Linien durchschimmern läßt — und die Sterne.