Ove Hjort singt im Laboratorium, zwischen Helland-Hansens Flaschen am Tisch sitzend, zur Gitarre: „Die Hütte ist geschlossen“, während die Schraube uns ostwärts nach Norwegen arbeitet.

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Am Abend des 14. August kamen wir unter die Küste von Norwegen, diesem Märchenlande des Nordens. Auf der See draußen begann es zu stürmen, wir mußten daher unsere Arbeit auf der letzten Station etwas abkürzen.

Wir steuerten in den Sund hinein. Südlich lagen die Lofotenberge wild und gezackt. Mit Firnen und Schneefeldern, fast bis zum Fuß herab, stürzten sie aus dem Nebel in die See, im Bunde mit der Welt, aus der wir kamen. Kein Platz für ein menschliches Heim — das reine Trollheim.

Auf der Nordseite lag die Hasselinsel, weiße Häuser auf grünen Wiesen, die gerundeten Anhöhen mit Birkenwald, Gras und Moos bis zur Spitze hinauf begrünt, nicht ein nackter Fleck......

Ist das nördlich des Polarkreises? Wie wunderbar friedlich und freundlich lächelt es uns entgegen an dem düstern Abend unter dem dunkeln, drohenden Nebeldach, das sich von dem Trollheim im Süden nach Norden erstreckt. Ein Gruß von Sommer und Frieden.

Ist dies die Schönheit? Oder ist es das unbändig Wilde auf der andern Seite? Oder das Große, Rollende, immer Wechselnde dort draußen?...... Ich weiß es nicht mehr. — Aber hier ist Frieden, der dazu verlockt, haltzumachen, sich umzusehen und zu ruhen.

Weiter drinnen der Fjord, waldbewachsene Anhöhen und dahinter der Mösattel und Gipfel mit Gletschern, die in den Wolken verschwinden.

Es ging südwärts zwischen Holmen und Schären nach dem engen Raftsund, die Bergwände in Nebel gehüllt. Nachts hielten wir in Hannö, um das Morgengrauen zu erwarten.