Wer Niemand über sich zum Richter,
Wer niemals sagt: ich weiß es nicht, —
Der taugt zu keinem höh’ren Richter
Mit seinem unfehlbaren Licht.
[Vor Nees von Esenbecks Bildniß.]
Stillschweigend ruht der Blick auf der Geschichte
Menschlichen Treibens, menschlich Mühn,
Und düster wie vorüber ziehn,
Den bittern Unmuth im Gesichte; —
Nur gleich Oasen in verbrannter Wüste
Und kräftig schmucken Blättergrün,
Und wie die Meteore glühn
An Nordpols eisig rauher Küste.
So einzeln steht im Blatte der Geschichte
Das Große da auf seinen Höh’n —
Wir bleiben lange vor ihm stehn,
Gleich wie beim Sonnenaufgangslichte! —
So stehn wir lange, Nees, vor Deinem Bilde,
Und stolzer unsre Wangen glühn,
Und unsre Blicke Funken sprühn,
Dir, hoher Meister, groß und milde!
Laut schlägt das Herz hier unter Deiner Büste,
Horch, Allen, Allen — ungestillt —
Stark wie gigantisch Säulenbild,
In Thebens prächt’ger Tempelwüste!
Doch stauntest Du, wenn Deinem sonn’gen Blicke
Entgegen niedre Sklavenschaar?
Es folgt die Schnecke nicht dem Aar,
Sie klebt an ihres Staubes Stücke. — —