Blauer Himmel, Bergesluft,
Dunkler Hain und Blumenduft,
Zitternd glänzt auf grüner Au
Schon der frische Abendthau.

Kunstgebilde, Saitenklang,
Bei der Sonne Untergang,
Ganz allein an Waldessaum
Steht der Herzog wie im Traum.

Ja, des Herzogs Seele träumt,
Seine Lippen sind gereimt,
Und der Abendsonne Schein
Faßt sein schlichtes Bildniß ein

Träumet er vom Wüstensand,
Von des Meeres grünem Strand,
Von der Welten-Harmonie
Und der Wahrheit Poesie?

Träumet er von einem Licht,
Einstens strahlend — sichtbar nicht —
Jenes Wunderbild, es lebt,
Ueber ihm im Himmel schwebt.

[Einst.]
An meine Mutter.

Komm Geliebte, meiner Seele,
Komm und still’ die Sehnsucht mir,
Meinen Schmerz ich nicht verhehle,
Wenn Du, ach, so fern von hier!

Dieses Hoffen, dieses Bangen,
Diese ew’ge Qual und Lust,
Dieses mächtige Verlangen,
Dieses Klopfen meiner Brust.

Doch es ist kein leeres Sehnen,
Ja, Du kehrst, Du kehrst zurück,
Schaust in meine Freudenthränen,
Mit dem schönen, lieben Blick!