[Für Ferdinand Freiligrath.]

Liebt die Dichter! Seh’t, sie geben
Euch das Beste, was es giebt!
Sie verschönern euch das Leben,
Dankbar Gegenliebe üb’t!

Blümlein wachsen, Wolken ziehen,
Im Verborgenen wächst Metall,
Eisen brechen, Sonnen glühen,
Im Kontrast gedeiht das All!

Jedes soll vom Seinen geben,
Schönheit wird zur Harmonie,
Reicher, edler wird das Streben,
Es entsteht die Poesie! —

Kennt ihr nicht der „Blumen Rache?“
Nicht des Schwarzwalds braune Maid?
Eines Volkes Ehrensache
Ist des Dichters Feierkleid! —

[Leipziger Lerchen.]

Die lieblichen Sänger des Feldes,
Ach, nackt, und zum Fraße bereit,
Ihr werdet doch Lerchen nicht essen?
Mein Gott, ihr wär’t nicht gescheidt!

Die Lerche, die wahre Poetin,
Zum Himmel schwingt sie sich auf,
Ihr Nestlein sorglos am Boden,
Die Senner treten darauf.

Allein der Bauer vom Lande,
Er hat ein natürliches Herz, —
Mit Schonung schwingt er die Sense,
Die Sense von Stahl und Erz.