Gleich selten auf dem Throne,
Wie im geweihten Kleid,
Ein Räthsel für die And’ren,
Wer And’ren sich geweiht.

[Zum 70jährigen Geburtstage eines Onkels.]

Was auch die Menschen trennt, die Geister scheidet,
Eins giebt’s, was alle Welt verehrt,
Die Tugend mit dem reinen Strahlenkranze,
Die uns sich selbst vergessen lehrt.

Wer so wie Du in ihr gelebt, gewandelt,
Sie liebend keinen Augenblick verließ,
Mit aller Kraft und Lust nur gut gehandelt,
Zu jeder Zeit man gerne pries!

Ob viel geprüft, gekämpft, ob viel gelitten:
Bewußtsein heißt das inn’re Glück,
Den Allerbesten ward nicht mehr beschieden —
Kein höh’res strahlt vom Thron zurück. —

Daktylen, Jamben, Trochäen,
Sie schließ’ ich in einen Bund,
Die Regel sie ewig zu trennen
Hat keinen vernünft’gen Grund!

Nicht Stände giebt es und Kasten
Im Reiche der Poesie,
Das Mannigfache im Schönen,
Es bildet die Harmonie!