Ihr Haar, so licht wie Gold,
Ihr Aug’ so himmelsrein,
Was kniest Du so allein,
Komm Maid, das Wetter grollt! —

Still winkt die Jungfrau mir:
„Ein Opfer ruhet hier,
Auf einem Grab’ sind wir;“

Lieblosigkeit ist Mord —
Entfliehe diesem Ort’,
Doch sprich ein segnend Wort!

[Die Spitzen-Klöpplerin im Harz.]

Im weißen Gewande von Spitzenzeug,
Die Blüthen in braunen Locken,
So sieht man das Bildniß, das schöne Weib,
Dort oben hoch thronen am Brocken.

Was ist Dir denn heut, und was weinest Du Kind?
Ich liebe nur lustige Leute,
Dein Auge ist naß, und Dein Lächeln ist trüb,
Du bist ja so schwermüthig heute. —

Mein Auge ist naß und mein Lächeln ist trüb,
Ich bin, ach, so schwermüthig heute,
Mich plaget ein Leid, ach, ein mächtiges Leid,
Ich hasse den Ballanzug heute.

Ich hasse die Spitzen aus Thränen gewebt,
Drin werden zu Wasser die Freuden,
Ein Wehe, ein Seufzen da drinnen lebt,
Ein Chaos von bittersten Leiden! —

[Das Mägdelein.]

Ich traf einmal im fremden Land,
Ein Mägdlein zierlich und gewandt;
„Wo kommst Du her, wo weilest Du?“
„Ich find’ im fremden Land nicht Ruh’!“