Der Tag so kurz, der Tag so lang,
Die Stunde so froh, die Stunde so bang,
Das Leben so kurz, das Leben so lang,
Die Freude so kurz, ach, und niemals lang.
Seh’ ich euch wieder, goldne Sterne,
Hab’ euch lange nicht gesehn,
Wußt’ euch freilich in der Ferne
Unsichtbar am Himmel steh’n!
Es hat uns Gott gegeben
Das menschliche Gefühl,
Der Tugend nachzustreben,
Sei unser Lebensziel.
Barmherzigkeit zu üben,
Das sei das Losungswort,
Die Menschen all’ zu lieben,
An jedem, jedem Ort.
[Die Nachtigall und die Katze.]
Die Nachtigall sie schlaget
In Blitz und Donner fort,
So lang’ ein Baum noch stehet,
Bleibt jubelnd sie am Ort.
Sie jauchzet auf am Morgen,
Sie bliebt das Tageslicht,
Doch Katzen, ihre Feinde,
Vertragen solches nicht.