Sei Dir Alles gleich, mein Kind,
S’ ist ja alles gleich,
Jedes Ding vergeht geschwind
In dem flüchtigen Reich.
Freud und Leiden, Schmerz und Glück,
Eis und Schnee und Sonnenblick,
Alles trifft ja ein Geschick,
Kommt auf eins zurück. —
Inn’res Glück nur wechselt nie,
Das Bewußtsein bleibt,
Ewig gleich der Poesie
Seine Blüthen treibt.
Bittrer als der Tod ist Leben,
Wenn ein stolzes Herz verletzt, —
Sieh’, die Furien sich erheben,
Deren Stahl die Hölle wetzt.
O, Der kennt die Seelen wenig,
Der die besten stille schmäht,
Sah man jemals einen König
Der um Schwarzbrot betteln geht?
In dem lichten Sonnenglanze,
Wandelnd durch das Leben hin,
Schaffend, wirkend für das Ganze,
Treu mit heißem, festen Sinn.
Wer für jedes Glied des Ganzen,
Gerne gäb’ sein Herzensblut,
Liebend, selbst das Thier, die Pflanzen,
Dessen Herz ist rein und gut.
Bittrer als der Tod ist Leben,
Wenn ein solches Herz verletzt,
Sieh’ die Furien sich erheben,
Deren Stahl die Hölle wetzt.
O, Der kennt die Seelen wenig,
Der die besten wagt zu schmähn,
Sah man jemals einen König,
Einen König betteln gehn!