Mir träumte, daß ich stund
An eines Teiches Grund,
Und sieh’, mein Mutterlieb,
Es schaute drinn so trüb’.

„Was machst so trüb Gesicht“ —
Fragt ich, „ich fass’ es nicht.“
„Bist gut“, — sprach sie, — „mein Kind,
Weißt nicht, wie bös’ sie sind; —

Du faßt das Böse nicht,
D’rum mach’ ich trüb’ Gesicht.“
So sprach mein Mutterlieb
Und ich erwachte trüb’.

[Der Sieg des Geistes.]

Hast Du den Schmerz schon einst empfunden,
Den Seelenschmerz, der tief im Innern nagt,
Und hast in diesen trüben Stunden
Du nie und nimmermehr trostlos verzagt?

Auch bei des Körpers großen Leiden,
Wenn Grauen schon Dein Aug’ bedeckt,
Du fühlst das Leben von Dir scheiden
Und bist auch dann nicht aufgeschreckt?

Wohl Dir, du bist nicht überwunden,
Es endet alles Erdenleid,
Glück auf! Es nahen bessere Stunden,
Und Du erhältst für Alles einst Bescheid.