Er lebt in meinen Fluthen,
Und weint um’s Vaterland,
Die Thränen werden zu Perlen,
Man fischt sie an das Land.
[Das Mädchen an der Donau.]
Genrebild.
Frischer strahlt im Morgenglanze
Uns’re junge Erde noch,
Und das Mädchen pflückt zum Kranze,
Klettert auf der Berge Hoch.
Schön ist’s auf der Berge Rücken,
Schön im schatt’gen Thalesgrund,
Und es lächelt voll Entzücken
Still des Mädchens kleiner Mund.
Auf der Höhe steh’n noch Reben,
Von der Trauben Zahl gebückt,
Und ein Körbchen dicht daneben,
Dem das Mädchen näher rückt.
Schnell sie nimmt und stecket denkend
Von den Beeren in den Mund,
Und das kleine Köpfchen senkend,
Blickt sie abwärts in den Grund.
Bricht noch saft’ge Trauben viele,
Vollgepflückt schon’s Körbchen steht,
Doch sie ist noch nicht am Ziele,
Still und rasch sie weiter geht.
Zu dem Strome, der hinunter
In die weite Eb’ne eilt,
Unser Mädchen, rasch und munter,
Gern beim wilden Strom verweilt.
Heller strahlen ihre Blicke,
Fröhlich färbt die Wange sich,
Und auf ein’ge Augenblicke
Setzt das wilde Mädchen sich.
Stiert hinunter in die Welle,
Stiert hinunter in die Fluth,
In den Augen spiegelhelle,
Eine schöne Thräne ruht.