Es flammet das herrlichste Sonnengold
Im Westen — die Sonne geht unter —
Der grünende Teppich ist aufgerollt,
Er strotzet voll Blumen, voll bunter.
Ein Mensch in Gedanken im Schatten steht
Und fühlet im Herzen ein froh Gebet.

Er kehrte zurück aus dem Menschen-Gewühl
Der Städte — das Herz entzweit und zerrissen,
Verletzt und verwundet sein innigst Gefühl,
Gerettet allein sein Gewissen. —
Und kaum, daß er einsam drei Tage weilt —
Sein Herz, sein Gefühl sind plötzlich geheilt.

[Das Ideelle.]

Wie die Rose unter Dornen
Steht das Ideelle jetzt,
Nur das Scheußlich-Materielle,
Kommt zuerst und kommt zuletzt!

Wird gepredigt aller Orten,
Als Vernunft, Gebot der Zeit,
Und mit Beispiel und mit Worten
Macht es überall sich breit.

Aber, wie die Röslein blühen
Ungetrübt und ewig rein.
Trotz der Dünste, die da ziehen, —
Bleibet alle Schönheit sein. —