Einstweilen hat mir meine neue Rententheorie nur das brave Bewußtsein eingebracht, wonach jeder Biedermann notwendig strebt. Indes bin ich jedenfalls zufrieden, daß Du damit zufrieden bist. Das umgekehrte Verhältnis der Fruchtbarkeit der Erde zu der menschlichen Fruchtbarkeit mußte einen Familienvater wie mich tief affizieren, um so mehr, da mon mariage est plus productif que mon industrie.[1]

Jetzt lege ich Dir nur eine Illustration zur Currencytheorie[2] vor, deren Studium bei mir von Hegelianern als Studium des „Andersseins“, des „Fremden“, kurz des „Heiligen“ charakterisiert werden dürfte.

Die Theorie des Herrn Loyd und tutti frutti[3] von Ricardo an besteht in folgendem:

Gesetzt, wir hätten eine rein metallische Currency. Wäre sie zu voll hier, so würden die Preise steigen, also der Export von Waren abnehmen. Ihr Import vom Ausland hierhin würde zunehmen. Die Imports über die Exports würden so steigen. Also ungünstige Handelsbilanz. Ungünstiger Wechselkurs. Klingende Münze würde ausgeführt werden, die Currency würde sich zusammenziehen, die Preise der Ware würden fallen, die Imports abnehmen, Geld wieder herfließen, kurz, die Situation in das alte Gleichgewicht kommen.

Beim umgekehrten Falle ebenso, mutatis mutandis.[4]

Moral davon: Da das Papiergeld die Bewegungen der metallischen Currency[5] nachahmen muß, da hier eine künstliche Regulation an die Stelle dessen treten muß, was im anderen Falle natürliches Gesetz ist, muß die Bank of England ihre Papier-[Noten-]Ausgaben vermehren, wenn das Bullion[6] einströmt (zum Beispiel durch Ankauf von government securities,[7] Exchequer bills[8] usw.), und vermindern, wenn das Bullion abnimmt, durch Verminderung ihrer Diskontos oder Verkauf von Regierungspapieren. Ich behaupte nun, daß die Bank umgekehrt handeln muß, ihre Diskonten vermehren, wenn das Bullion abnimmt, und sie ihren gewöhnlichen Gang gehen muß, wenn es zunimmt. Unter Strafe, die Handelskrise, die im Anzug ist, unnötig zu intensieren. Indes darüber une autre fois.[9]

Was ich hier auseinandersetzen will, geht auf die Elementargrundlagen der Sache. Ich behaupte nämlich: Auch unter einer rein metallischen Currency hat das Quantum derselben, ihre Extension und Kontraktion nichts zu tun mit dem Aus- und Einfluß der edlen Metalle, mit der günstigen oder ungünstigen Handelsbilanz, mit dem günstigen oder ungünstigen Wechselkurs, außer in äußersten Fällen, die praktisch nie eintreten, aber theoretisch bestimmbar sind. Tooke stellt dieselbe Behauptung auf; ich habe aber keinen Beweis gefunden in seiner History of Prices für 1843 bis 1847.

Du siehst, die Sache ist wichtig. Erstens wird die ganze Zirkulationstheorie in ihrer Grundlage geleugnet. Zweitens wird gezeigt, wie der Verlauf von Krisen, so sehr das Kreditsystem eine Bedingung desselben ist, mit der Currency nur insofern zu schaffen hat, als verrückte Einmischungen der Staatsgewalt in ihre Regelung die vorhandene Krise erschweren können, wie 1847.

Bei der folgenden Illustration zu bemerken, daß hier angenommen [ist]: Der Einfluß von Bullion hängt zusammen mit flottem Geschäft, noch nicht hohen, sondern steigenden Preisen, Überfluß von Kapital, Überschuß der Exports über die Imports. Der Ausfluß von Gold vice versa,[10] mutatis mutandis.[11] Nun, diese Voraussetzung haben die Leute, gegen die die Polemik gerichtet ist. Sie können nichts dagegen sagen. In der Wirklichkeit können 1001 Fälle eintreten, wo Gold ausfließt, obgleich in dem Lande, das es ausführt, die Preise der übrigen Waren weit niedriger stehen als in denen, wohin es Gold führt. Zum Beispiel dies der Fall für England 1809 bis 1811 und 1812 usw. Indes die allgemeine Voraussetzung erstens in abstracto richtig, zweitens von den Currencykerls angenommen. Also hier einstweilen nicht zu debattieren.

Vorausgesetzt also, es herrsche rein metallische Currency in England. Damit aber nicht vorausgesetzt, daß das Kreditsystem aufgehört hat. Die Bank von England würde sich vielmehr in eine Depositen- und Leihbank zugleich verwandeln. Nur würden ihre Ausleihen bloß in barem Gelde bestehen. Wollte man diese Voraussetzung nicht, so würde, was hier als Depositen der Bank of England erscheint, als hoards[12] der Privaten erscheinen, und was als Ausleihe derselben, als Ausleihe der Privaten. Was hier also von den Deposits der Bank of England gesagt wird, [ist] nur Eine Abkürzung, um den Prozeß nicht zersplittert, sondern auf Einen focus[13] zusammengefaßt darzustellen.