Den Krawall unter dem Stadtrat in Köln wegen der Rede des Beigeordneten Schenk an den Pr[inz] von Pr[eußen] wirst Du gelesen haben, sowie die unverschämte Rede dieses letzteren. „Die Presse ist schlecht, die Kölnische Presse muß sich bessern!“ Ce pauvre Brüggemann – er benutzt natürlich die Gelegenheit zu einer Seichbeutelei, wie man sie unter der Zensur zu schreiben bescheidenst und wohlmeinendst sich die große Freiheit nahm. Dafür ist aber jetzt auch „unser Stupp“ Bürgermeister und der größte Mann in Köln, und Dein Schwager [Minister v. Westphalen] konfisziert Bücher mit lobenswertem Eifer. Ich fürchte nur, er wird nächstens en Brutus prussobureaucrate[3] sich auch an Deinen Sachen vergreifen, und das wird die Honorarzahlungen unangenehm stoppen können. Der andere Schwager dieses Edlen, der pp. Florencourt, ist ja, wie deutsche Blätter melden, tambour battant et mèche allumée[4] in den Schoß der katholischen Kirche übergegangen. Deine Familie ist doch wenigstens interessant, in der meinigen muß ich allein die affenteuerlichen Geschichten machen.
Wie geht es in Deinem Hause? Grüße Deine Frau und Kinder und schreibe bald.
Dein F. E.
Soeben finde ich die Briefe von Lupus und Fischer – den von Dronke kann ich aber nicht finden. An Lupus schreibe ich noch heute. Wenn Du nach Köln schreibst, wäre es gut, wenn Du sie wegen des Reisegeldes trätest – Du kennst ja die Kölner.
[1] Beschweren wir uns nicht zu sehr über schlechtes Gefolge.
[2] Auf der Höhe.
[3] Als preußisch-bureaukratischer Brutus.
[4] Mit klingendem Spiel und brennender Lunte.