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[Undatiert. Etwa zwischen 6. bis 10. Juli 1851.]
Lieber Marx!
Nachdem ich meinen Alten hier acht Tage herumgeschleift, habe ich ihn glücklich wieder fortexpediert und kann Dir heute endlich inliegend Post Office Ordre für 5 Pfund schicken. Im ganzen kann ich mit dem Resultat meiner Entrevue mit dem Alten zufrieden sein. Er hat mich auf wenigstens drei Jahre hier nötig, und Verpflichtungen für die Dauer, nicht einmal auf die drei Jahre, habe ich keine eingegangen, sind auch weiter nicht verlangt worden; weder in Beziehung auf Schriftstellerei noch auf Hierbleiben im Falle einer Revolution.
An diese scheint er gar nicht zu denken, so sicher ist das Volk jetzt! Dagegen habe ich mir Repräsentations- und Tafelgelder gleich im Anfang ausgemacht – zirka 200 Pfund jährlich, was auch ohne große Schwierigkeiten bewilligt wurde. Mit einem solchen Salär geht die Sache schon, und wenn es bis zur nächsten Bilanz ruhig bleibt und das hiesige Geschäft gut geht, wird er noch ganz anders bluten müssen – ich komme schon in diesem Jahre weit über die 200 Pfund. Dabei hat er mich in seine ganzen Geschäftsverhältnisse sowohl hier wie drüben blicken lassen, und da er sehr gute Geschäfte gemacht und seit 1834 sein Vermögen mehr als verdoppelt hat, so versteht es sich, daß ich mich nicht mehr geniere, als nötig ist.
Der Alte ist übrigens auch verschlagen genug. Sein Plan, der aber nur sehr langsam und schwierig durchzuführen und wegen der Tuckereien mit den Ermens schwerlich je durchgeht, ist der, den Peter Ermen nach Liverpool ziehen zu lassen, was dieser selbst wünscht, und mir dann die ganze Leitung des hiesigen Kontors – wo G. Ermen dann die Fabrik führen würde – in die Hände zu spielen. Damit wäre ich dann gebunden. Natürlich erklärte ich, daß mir das doch über die Kräfte ginge, und spielte den Bescheidenen. Wäre mein Alter indes noch ein paar Tage hier geblieben, wir wären uns in die Haare geraten.
Ceci entre nous.[1]
Die Kölner Zeitung ist seit Anfang Juli hier nicht mehr zu sehen, wahrscheinlich wegen vergessener Abonnementserneuerung. Ich weiß also nicht, ob weiter noch etwas vorgefallen ist. Wenn Du Neues weißt, so lasse mich es ja wissen. Ich werde endlich wieder anfangen können, ordentlich zu arbeiten, da die Exhibitionsstörungen jetzt so ziemlich vorüber sind und der Athenäumskatalog endlich fertig ist. Auch habe ich vor, bald aufs Land zu ziehen, damit ich ganz ungestört bin. Da ich binnen eines Jahres meinen Alten nicht wieder herbekomme, kann ich mich ganz nach Konvenienz einrichten und die Repräsentationsgelder zum großen Teile anders verwenden.
Grüße Deine Frau und schreibe bald
Deinem F. E.