[1] Dies unter uns.
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28 Deanstreet, Soho, 13. Juli 1851.
Lieber Engels!
Ich habe meinen Brief von Tag zu Tag aufgeschoben, um Dir vollständig die Dokumente zu geben, die unten mitgeteilt werden. Da die Vollständigkeit aber erst in einigen Tagen möglich wird, schreibe ich heute, um nicht noch länger Dich auf Antwort warten zu lassen.
D’Abord.[1] Scheint mir aus Deinem Briefe hervorzugehen, daß Du während der Anwesenheit des Alten in Manchester nicht erfahren hast, daß ein zweites Aktenstück in der Kölnischen Zeitung abgedruckt war, unter der Überschrift „Der Bund der Kommunisten“. Es war dies die von uns beiden verfaßte Ansprache an den Bund – au fond[2] nichts als ein Kriegsplan gegen die Demokratie. Nach einer Seite hin war die Veröffentlichung desselben gut, im Gegensatz zu dem der Form nach plus ou moins[3] absurden und dem Inhalt nach wenig tröstlichen Aktenstück des Bürgers. Andererseits erschweren einige Stellen die Situation der jetzt Gefangenen.
Wie ich durch Louis Schüler [oder Schöler] aus Köln erfahre, schreibt Bürgers sehr trübselig aus Dresden. Dagegen glaubt man in Köln allgemein an die Freisprechung von Daniels, gegen den nichts vorliegt und für den die ganze Heulerei in der heiligen Stadt heult. Sie hält ihn natürlich für unfähig solcher „Narreteien“.
Miquel hat aus Göttingen geschrieben. Mehrmalige Haussuchung bei ihm. Man fand nichts. Ist nicht eingesperrt worden. Es sind von Göttingen aus fünf neue Emissäre – Gentlemen – nach Berlin usw. ausgegangen. Die Judenverfolgung erhöht natürlich den Eifer und das Interesse.
Das drolligste ist, daß die alberne Augsburger Allgemeine Zeitung das von uns verfaßte Aktenstück zu einem Kinde der Herren Mazzini-Ruge macht, sich ein über das andere Mal an die Brust schlägt und ihre Begriffserschütterung über das Ungeheure nicht besser zu formulieren weiß, als indem sie verschiedentlich Wahnsinn! schreit. Wahnsinn! Wahnsinn!