Lieber Marx!

Die erste Hälfte des Artikels wirst Du gestern nachmittag Englisch und Deutsch zurückerhalten haben. Die zweite hast Du Dienstag morgen. Was die Schutzzöllnerei angeht, so schadet das nichts. Die amerikanischen Whigs sind alle industrielle Schutzzöllner, aber darum noch lange keine grundaristokratischen Derby-Protektionisten. So dumm sind sie auch nicht, daß sie nicht ebensogut wie List wüßten, daß für die englische Industrie der freetrade[1] am konvenabelsten ist. Übrigens kann ich im Notfall bei den freetraders hier und da ein Wort deshalb einschieben, was Du ja wieder ausstreichen kannst, wenn es Dir nicht gefällt. Es ist aber nicht einmal nötig.

Ich dachte, Du hättest das Diskontogeschäft mit Johnson seit lange gemacht, und hoffe sehr, daß es zustande kommt. Was mich betrifft, so reite ich mich täglich tiefer in Geldsachen fest. Vater Dronkes Besuch ist mir zwar sehr angenehm, da aber abends nicht gearbeitet werden kann, so wird ziemlich Geld verbummelt, und dazu die laufenden disbursements,[2] nebst 20 Pfund Schulden im Haus, das setzt einen fest. Nächste Woche (Anfang) will Dronke zurück, und dann werde ich eine Zeitlang tüchtig arbeiten, Stoff genug habe ich hier, und dann auch bis Ende September wieder einiges Geld disponibel bekommen – ein paar Pfund im Dezember [September] gewiß. Zum äußersten Pech hat mich in einer bösen Stunde auch noch Herr Pindar angepumpt, der noch immer auf drei Stunden herumreitet und sich rührend verliebt zu haben scheint – pauvre garçon, il faut l’avoir vu sous l’empire de l’émotion plus ou moins vierge.[3]

Ich weiß nicht, wie ich es anstellen soll, daß ich einen Artikel Germany für Dana hinter Dr[onke]s Rücken mache, der die Sache nicht kennt; auf dem Kontor habe ich jetzt alle Hände voll bis nach 7 Uhr abends, da kann ich es also nicht. Cependant je verrai.[4]

Grüße Deine Frau und Kinder bestens von Deinem

F. E.

Inliegend für 9 Schilling und einige Pence Stamps.


[1] Freihandel.

[2] Ausgaben, Zahlungen.