General Vetter war auf längere Zeit aus London verschwunden, niemand wußte wohin. Das mystère hat sich aufgeklärt. Vetter reiste mit einem amerikanischen Passe, worin er als Maler figurierte, mit seiner Mätresse, einer Sängerin, namens Ferenzi. Er passierte als Künstler. Sie gab an allen bedeutenden Orten Konzerte, und so ist er von Genua und Mailand bis Rom, Neapel, Palermo gekommen. Er hatte die passwords[3] und Empfehlungen von Mazzini-Kossuth. So waren ihm die geheimen italienischen Zirkel zugänglich, während sein ostensibler trade[4] ihn in die höheren cercles brachte. Er ist seit einiger Zeit hierher zurückgekehrt und hat Bericht bei dem „europäischen“ Zentralkomitee abgestattet. (Notabene: Darasz ist gestorben und vorige Woche begraben worden.) Das Resümee davon, zum großen Kummer des „frommen“ Mazzini: L’Italie s’est tout à fait matérialisée. On n’y parle que commerce, affaires, soies, huiles et autres misères mondaines. Les bourgeois calculent d’une manière terriblement positive les pertes, que la révolution de Mars les a fait subir et ne pensent qu’à se reprendre sur le présent. Quant à l’initiative insurrectionnelle ils sont heureux de la laisser aux Français, à ce peuple frivole et sensualiste. La seule chose, dont ils ont peur, c’est que les Français ne se hâtent trop.
Tu penses bien, mon cher, quel coup de foudre pour l’archange Mazzini. Le général Vetter, nommé déjà comme commandant supérieur des forces Mazzini-Kossuthiennes leur a déclaré, que les choses étant ainsi, il ne saurait mieux faire que de passer avec sa maîtresse en Amérique. Au bout du compte le malheureux Mazzini est convenu avec Kossuth de vouloir bien laisser aux Français l’initiative insurrectionnelle.[5]
Aber nicht der vile multitude,[6] sondern dem Bonaparte.
Aus Paris schreibt man mir darüber unter anderem:
„Kiß, Abgesandter von Kossuth, ist hier nicht nur mit den Orleanisten in Verbindung getreten, sondern mit den Bonapartisten. Kiß ist in Bekanntschaft mit Jeromes Söhnen. Auf diese konventionelle Bekanntschaft gestützt, wußte er Kossuth den Kopf voll zu machen, eine Verbindung mit der französischen Regierung zugunsten Ungarns einzugehen. Der phantastische Agitator ging in die Schlinge und sandte zu diesem Behuf Kiß mit Gülden versehen hierher nach Paris. Kiß amüsiert sich in Kaffeehäusern und anderen Häusern, antichambriert hin und wieder bei Pierre Bonaparte, macht diesem einen blauen Dunst vor, schreibt prachtvolle Berichte an Kossuth, und ist [an] Ungarns Befreiung kein Zweifel mehr. Diese Revolutionäre par excellence senden Agenten, um mit dem „Tyrannen“ einen Bund auf Leben und Tod zu schließen.“
Mais ce n’est pas tout.[7]
Aus sicherer Quelle weiß ich, daß im Namen der polnischen „Zentralisation“ Lelewel und Thaddäus Gorzowski hier waren. Sie haben den Kossuth-Mazzini einen Insurrektionsplan vorgelegt, dessen pivot[8] die Mitwirkung Bonapartes ist. Diese alten Esel von Konspirateurs rennen sich jeden Tag von neuem hinein. Als Agenten hier haben und hatten sie einen gewissen Graf Lanckronsky oder ähnlich. Dieser Bursche (wohnt 7 Harringtonstreet, Hampstead Road) ist russischer Agent, und ihr Insurrektionsplan hatte die Ehre, vorher in Petersburg korrigiert zu werden.
Dein K. M.
[1] Dringender Punkt.