Ich habe gestern 24 Pfund auf A. Dana gezogen bei Spielmann in Lombardstreet, der mich in fünf Wochen, sobald Wechsel zurück, zahlen wird. In der Zwischenzeit habe ich wieder sehr schlimme Periode durchzumachen, um so mehr, als verschiedene wertvolle Sachen im Pfandhaus erneuert werden müssen, wenn sie nicht verfallen sollen, und dies natürlich nicht möglich ist dans un moment,[1] wo selbst die Mittel pour les choses les plus nécessaires[2] fehlen. Indes, ich bin jetzt an den Dreck gewöhnt und an die Verhältnisse, die er mit sich bringt. Jedenfalls wirst Du mir schreiben, warum Du nicht schreibst. Ich hoffe at all events,[3] daß Du nicht krank bist.
Dein K. M.
[1] In einem Zeitpunkt.
[2] Für die notwendigsten Dinge.
[3] Auf alle Fälle.
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Manchester, Samstag, 9. Juli 1853.
Lieber Marx!
Letzte Nacht um vier Uhr weckt mich die alte Hausfrau aus dem Schlafe, es sei ein Gentleman da, der mich sprechen wolle. Ich rapple mich empor und finde an der Türe ein Männchen mit einem Cab, einem kolossalen Koffer und Reisesack, der mir sagt, sein Name sei Jacobi und Du und Pieper hättet ihn mir geschickt. Marx und Pieper! dachte ich, wer zum Henker ist dieser Jacobi, ist er ein unehelicher Sohn vom Königsberger oder was, und endlich zieht das Männchen Deinen Brief aus der Tasche, ziemlich verdutzt, nicht gleich mit offenen Armen unbekannterweise aufgenommen zu sein – worüber mir dann einfällt, was Dein Brief bestätigte, daß es der Kommunistenprozeß-Jacobi sei, an den mein Herz nicht dachte, da ich ihn in preußischen Kaschotten längst gut untergebracht glaubte. Que faire?[1] Ich nehme ihn nebst Zubehör also herein, plauderte schlaftrunken eine halbe Stunde mit ihm und ließ ihn sich dann auf mein Sofa legen, denn das Haus ist crammed full[2] von Leuten. Glücklicherweise ist mein Alter bis morgen aus der Stadt, und so nahm ich mir den Herrn Parteimärtyrer gleich heute morgen beim Kragen, mietete ihm eine Wohnung und verbot ihm, sich bei mir sehen zu lassen, bis die Abreise meines Alten das Interdikt aufhebe.