So sehr er aber auch den Augenblick herbeigesehnt, wo er mit ihr allein sein würde, so schien es doch, als ob er, der noch vor so kurzer Zeit der Redseligste gewesen, plötzlich die Sprache verloren hätte, und er nahm wieder, aus lauter Verlegenheit, sein Messer aus der Scheide und fing an zu schnitzeln.
Fanny saß ihm gegenüber, an der andern Seite des Kamins, also so weit wie nur irgend möglich von ihm entfernt. Curtis hätte zwar um's Leben gern ihr seinen Stuhl näher gerückt, aber er wagte es nicht, er wußte keine Ausrede, die das auch nur im Mindesten entschuldigen konnte, und doch fühlte er wie die Zeit verrann, und er sich lächerlich machen würde, wenn er noch länger so still und stumm wie der Klotz, der neben ihm zum Nachlegen lehnte, da saß.
Mit einem tiefen Seufzer sprengte er endlich die Fesseln, die seine Zunge in Banden hielten und sagte zögernd:
»Miß Fanny — sind Sie noch nicht müde?« — er fühlte, sobald ihm die Worte über die Lippen waren, daß er auf der weiten Gotteswelt Nichts Dümmeres hätte sagen können, aber es waren doch wenigstens Worte gewesen, die vielleicht den Zauber gebrochen hatten.
Um Fanny's Lippen spielte bei dieser endlichen Frage ein leises, leises Lächeln; es zuckte ihr nur so durch die Korallenlippen, und für einen Augenblick stiegen, wie Bläschen aus einem Crystallbecher, zwei leichte, wunderliebliche Grübchen empor auf den rosigen Wangen; sie verschwammen aber fast eben so schnell, wie sie entstanden in der Sammethaut und nur mit leiser Stimme sagte sie:
»Freilich würde es eigentlich Zeit sein schlafen zu gehen, und ich weiß nicht — « »Miß Fanny,« stotterte Curtis.
»Onkel schläft schon,« meinte Fanny — »wir werden ihn wieder aufwecken durch unser lautes Reden.«
Curtis ließ sich das nicht zweimal sagen; blitzesschnell war er von seinem Stuhle auf und rückte diesen neben das schöne, leichterröthende Mädchen.
»Dann brauchen wir doch wenigstens nicht so laut zu sprechen,« meinte er.
»Aber Mr. Curtis.«