»Es ist aber doch sonderbar,« sagte der Deutsche nach einer wohl viertelstündigen Pause, in der er träumend zu den funkelnden Sternen hinaufgeschaut hatte, »daß wir jetzt schon über eine Stunde durch den dichtesten Wald gegangen sind, ohne eine Spur von Wild gesehen zu haben.«

»Sonderbar?« entgegnete die Rothhaut, »Bob hat drei Tage hier gejagt und keine Klaue gefunden.«

Das stimmte nun freilich nicht mit Charles Fischers Aussagen überein, doch blieb ihm für den Augenblick keine weitere Zeit zu ferneren Erörterungen, denn der Thee war fertig und wurde Sechingen dargereicht.

»Etwas Zucker und Milch wäre jetzt sehr an seinem Platz,« meinte dieser – »aber halt – ich habe ja Rum bei mir; der mag den Dienst versehen,« und aus einem kleinen Fläschchen, das er aus dem Jagdranzen nahm, goß er etwa ein Spitzglas voll in den Becher, und reichte die Flasche dann an Bob hinüber, der sie schon mit gierigen, verlangenden Blicken betrachtet hatte und jetzt einen langen, langen Zug that. Mit augenscheinlichem Widerwillen mußte er zuletzt absetzen, um Athem zu holen und Sechingen schob sie wieder in den Ranzen zurück. Der Thee war indessen etwas kühl geworden, – aber welch entsetzliches Gebräu.

»Pfui Teufel!« rief der junge Deutsche aus, indem er den Becher zurückschob und aufsprang. »Bob, das können Sie allein trinken, das schmeckt ja abscheulich.«

»Indianer trinkt nur Thee, wenn krank ist.«

»Ich bin aber nicht krank,« rief Sechingen.

»Ich auch nicht,« sagte Bob und begann mit großer Ruhe die Lederriemen aufzubinden, die seine Decke zusammenhielten.

»Daß mich auch der Böse plagen mußte, mit keiner Sylbe an Lebensmittel zu denken,« murmelte Sechingen ärgerlich vor sich hin, – »ich glaubte aber sicher, noch vor Dunkelwerden irgend ein Stück Wild erlegen zu können.«

»Bob kann warten,« brummte dieser und rollte die jetzt gelöste Decke auf.