»Achtundvierzig Dollar.« (Er wußte recht gut, daß er bei einer Klage auf mehr als 50 Dollar Jahre lang hinausgehalten werden konnte.)
Jacksons Frau sah ängstlich zu ihm empor, er winkte ihr aber lächelnd zu, ruhig zu sein, und ließ es, behaglich auf ein Bärenfell ausgestreckt, geschehen, daß der Fremde die aufgedrungene Uhr über dem Kamin auf einem durch hölzerne Pflöcke gehaltenen Bret befestigte und aufzog.
»Ihr bekommt aber kein Geld dafür,« sagte er dem Yankee.
»Ich weiß es wohl,« erwiederte dieser, »aber doch Euern Wechsel, Ihr wißt wohl, das ist so Sitte.«
»Gut, dagegen habe ich nichts, den sollt Ihr haben,« sagte der Farmer, und unterschrieb das schnell ausgestellte Papier.
Der Pedlar zog am nächsten Morgen weiter, aber ehe sein Collecteur mit dem fälligen, natürlich nach Sicht ausgefüllten Wechsel erscheinen konnte, hatte Jackson die Uhr auf sein Pferd genommen, nach der nächsten Stadt gebracht und dort verkauft.
Der Compagnon des Yankees kam endlich nach drei Monaten, und erstaunte zwar, keine Uhr in der Hütte des Farmers zu finden, äußerte jedoch hierüber nichts, sondern präsentirte nur seinen Wechsel. Der Farmer bedeutete ihn aber sehr kaltblütig, daß er dem Uhrenhändler aufrichtig gesagt habe, er bekäme nie sein Geld und das wäre in der That wahr, denn er sei nicht allein nicht gesonnen, sondern auch nicht im Stande, die 48 Dollars jetzt oder jemals zu bezahlen; er hätte die Uhr nehmen müssen, um den Krämer nur loszuwerden, und der Collecteur möge ihn jetzt, wenn er sonst glaubte, etwas dabei verdienen zu können, verklagen.
Als dieser endlich wirklich sah, der Farmer sei fest entschlossen, sein Wort zu halten, so ging er zum nächsten Friedensrichter und klagte; der gute Mann war jedoch zum erstenmal in Arkansas – er hatte gut klagen, das Erlangen seiner Schuld stand aber auf einem anderen Blatt, denn der Farmer war – nicht zahlungsfähig.
Vergebens warf der Yankee ein, daß er eine Menge Hausgeräth, eine Büchse, ein Pferd und zwei Kühe habe, es half ihm nichts; in Arkansas kann einem Farmer weder die Büchse noch Handwerkszeug, weder zwei Kühe noch zwei Pferde, noch alles nöthige Hausgeräth als Pfand weggenommen werden, denn es giebt ein gewisses Eigenthum, welches er besitzen muß, ehe das Gesetz ein Recht auf das übrige erhält, und da er das, was ihm der Staat als unantastbar zugestand, noch nicht einmal alles besaß, denn er hatte nur ein Pferd und kaum die Hälfte des ihm verstatteten Hausgeräthes, so war natürlich an eine gewaltsame Bezahlung gar nicht zu denken. Als dies dem Yankee endlich in all seiner entsetzlichen Wahrheit einleuchtete, versuchte er die Uhr zurückzuerhalten, aber auch das war zu spät, und seit jener Zeit ist Jackson nie wieder eine Uhr zum Verkauf angeboten worden.
Ein anderer Handelszweig und keineswegs der unbedeutendste, mit dem die Yankees fast gänzlich Monopol treiben, ist der Medicin-Handel. Ein alter Yankee, der seine Söhne in die Welt schickt, damit sie Erfahrungen – die wichtigste Schule im menschlichen Leben – sammeln, und einmal von den Zwiebelbeeten erlöst werden, an die sie bis zu ihrem einundzwanzigsten Jahr gefesselt gewesen, stellt ihnen die Wahl frei, ob sie Clockpedlar oder – Doctor werden wollen, und wählen sie das letztere, so bedarf es noch nicht einmal so vieler Warnungen und Ermahnungen, als bei dem ersten Geschäft, um den jungen Mediciner mit der Wirkung seiner Heilkräfte, die er in einem kleinen Felleisen bei sich führt, bekannt zu machen.