Es war noch nicht zwölf als der zweite Mate vom Land an Deck kam und nach vorne ging. Jean stand mit dem Zimmermann gerade an der Cambuse, und als er die dunkle Gestalt auf sich zukommen sah, stieß er mit dem Fuß an eine dort zufällig liegende Handspake, nahm sie auf und warf sie von sich, daß sie mit lautem Gepolter auf Deck niederschlug.

»Gott verdamme das verwünschte Holz«, fluchte er dabei, und hielt sich den Fuß – »stößt man sich auf dem sakermentschen Deck auch noch die Gliedmaßen zu Schanden.«

»Was für ein Heidenlärm ist denn das da drüben?« rief der Mate ärgerlich und kam herüber nach Backbord. – »Wer ist da? Jean? kommt Ihr eben erst von Land?«

»Nein, ich bin schon fast eine Stunde mit dem Zimmermann hier auf- und abgegangen.«

»Chips«[3] sagte der Mate, und zog den Zimmermann etwas bei Seite – »haltet Eure Augen offen. – Im Vorcastle war eben, als ich auf Deck kam, noch Licht – jetzt ist's aber aus. Sind die Leute schon lange an Bord?«

»Die letzten kamen vor etwa einer halben Stunde – ich denke sie sind jetzt wohl zu Coye gegangen«, sagte der Zimmermann. »Wie viel Uhr ist's? – es muß bald Mitternacht sein.«

»In fünf Minuten etwa ist's zwölf«, sagte der Mate – »ich will den Steward jetzt wecken, um zwei Uhr löst Ihr ihn wieder ab. Beim geringsten Verdächtigen was Ihr seht, ruft Ihr mich. Ihr könnt zu Bett gehen, Jean«, wandte er sich dann lauter an den indessen weiter nach vorne gegangenen Matrosen. – »Es wird gleich 12 Uhr sein.«

»Soll ich Bill rufen?« frug Jean, der stehen blieb – »ich glaube Bill hat die nächste Wacht.«

»Nein, ist nicht nöthig«, lautete die Antwort. – »Ihr könnt alle zu Coye gehen.«

»Das ist eine schöne Geschichte«, dachte Jean, als er in das Logis hinabstieg, die übrigen mit dem neuen Befehl bekannt zu machen. Vorher lauschte er aber noch eine Weile unter der Logiscap, zu sehen ob ihm auch niemand folge. Als er alles sicher wußte sagte er leise: