»Ja, ja, es wird wohl ein Jäger gewesen sein,« sagte der Alte, stand auf und schritt dann ein paar Mal in der Stube auf und ab; »ja, fuhr er dann fort, ich habe sie auch gesehen, sie gingen nach Süden, den Ansiedelungen zu; wahrscheinlich ein Jäger; aber was ist das für ein Zeitungsblatt?«
»Dasselbe, was der Sheriff heute Morgen hier herein gelegt hat, Vater,« erwiederte ihm Lucy, »wir blätterten darin herum.«
»Nun, giebt es Neuigkeiten aus St. Louis?« frug der Alte, und fuhr sich mit der linken Hand über die breite, offene Stirne, als ob er alle anderen Gedanken daraus verscheuchen wollte; »wie steht's mit der Wahl? was sagt unser Demokrat da? hat Polk Aussichten?«
»Nun, Missouri läßt ihn sicher nicht im Stich,« lachte Hennigs. »Das war's aber nicht, wir haben uns nicht mit Politik beschäftigt, sondern nur über eine Frage debattirt, die das gute Verständniß der südlichen und nördlichen Staaten betraf – über die Sclaverei, und zur Erläuterung derselben lasen wir hier einige Anzeigen von entlaufenen Sclaven.«
»Von entlaufenen Sclaven? wo? zeigt her!« rief Draper schnell und zwar mit einem Interesse, das einem genauen Beobachter sicherlich hätte auffallen müssen; Hennigs aber, die Bewegung einzig und allein der Neugierde zuschreibend, hielt ihm ruhig das Blatt hin und sagte:
»Drei Stück – Wallis hat auch wieder Einen hineinsetzen lassen.«
»Neunzehn Jahr alt,« las Draper, »schlank gewachsen, mit freier, hoher Stirn und besonders wolligem Haar; Farbe: Ebenholzschwärze, Größe: fünf Fuß sieben Zoll – das stimmt alles.«
»Was stimmt?« frug Hennigs.
»Was stimmt? ih nun, die – o, ich kenne den Burschen, der wahrscheinlich entlaufen ist,« erwiederte Draper, und wandte sich, wie um besser lesen zu können, mit der Zeitung ab, dem Lichte zu.
»Ist es etwa der, den er vor kurzer Zeit so fürchterlich mißhandeln ließ?« sagte Hennigs.