»Alle Wetter, das ist Wallis entlaufener Neger, halt, Bursche, wo kommst Du her und wo willst Du hin?«

Der unglückliche Ben warf einen flehenden Blick auf den alten Mann und sank dann, seine Kniee loslassend, ohnmächtig zu Boden.

»Der Bursche hat wahrscheinlich nicht mehr weiter gekonnt!« sagte Hennigs, als er ihn umwandte und fühlte, wie der arme Teufel regunglos in seinen Armen lag, »nun, ein Bischen kalt Wasser wird ihn schon wieder zu sich selbst bringen. Sie werden ihn aber hier behalten müssen, bis wir Wallis davon benachrichtigen können. Der wird nicht wenig froh sein, daß er seinen Neger wieder hat.«

»Sie werden ihn doch nicht ausliefern?« rief Lucy entsetzt.

»Nicht ausliefern, Miß Lucy? – wir sollen doch wohl nicht etwa gar einem Nigger zum Fortlaufen behülflich sein und nachher das Vergnügen im Zuchthaus büßen?«

»Man will ihn lebendig verbrennen!« rief Sally und faltete in Todesangst die kleinen weißen Händchen auf der klopfenden Brust.

»O bewahre Gott,« lächelte Hennigs, »das wäre ja wider des Herrn eigenen Vortheil, einen seiner Sclaven umzubringen; nein, Sally, der kommt mit einer Tracht Schläge davon, und die hat der Schlingel auch eigentlich verdient, warum läuft er fort; er weiß, daß er doch am Ende wieder gefangen wird.«

Draper bog sich schweigend zu dem Unglücklichen nieder und wies auf seinen Rücken, die Dämmerung brach schon stark herein, aber deutlich konnten sie noch erkennen, wie rothes Blut durch die dünne Leinwandjacke gedrungen war, und diese in langen, theils erhärteten, theils noch frischen Streifen an dem Rücken des Unglücklichen festgeleimt hatte.

Die Frauen stießen einen Schrei der Angst und des Entsetzens aus, und selbst Hennigs wandte sich schaudernd ab.

»Der arme Teufel!« brummte er vor sich hin.