Er ging zu dem Hause hinüber und blieb in der Thür, auf seine Büchse gestützt, stehen.

Tom Fairfield war eine kräftige, edle Gestalt, ein echter Hinterwäldler, Jäger mit Leib und Seele, und nie zufriedener, als wenn er draußen in seinem Walde einer Fährte folgen oder eine Falle stellen konnte. Er schien auch jetzt wieder unterwegs, trug die Büchse in der Hand, den leichten spanischen Packsattel und Zaum auf der Schulter, um sein Pferd draußen im Busche zu suchen und zu besteigen, und hatte die wollene Decke übergeschnallt, um da zu lagern, wo ihn die Nacht gerade überraschen würde.

»Hört, Tom,« sagte aber Smith mit einem weit ernsthafteren Gesicht, als das sonst seine Sache war, und zog dabei den jungen Mann in den Laden herein – »Ihr seid doch mit Rowland's gut bekannt – nun, braucht nicht roth zu werden, mein Junge – hier, nehmt einmal einen Schluck, es ist Dogwood und Cherry Bitteres und wird Euch in dem Thaue heute Morgen gut thun – das ganze Städtchen weiß ja doch, daß Ihr Rosy auf unmenschliche Art den Hof macht.«

»Unsinn, Smith!« sagte Tom Fairfield und leerte, seine Verlegenheit zu verbergen, das dargebotene Glas auf Einen Zug.

»Bah, Mann!« rief aber dieser, »was wollt Ihr da noch läugnen? Aus bloßer Freundschaft versorgt Ihr nicht die ganze Wirthschaft mit Feuerholz, Wild und Mühlereiten für die Leute, das sollt Ihr mir nicht weiß machen.«

»Und wen hätten denn die allein stehenden Frauen ...«

»Ach, papperlapap – das sind Redensarten und thun hier auch nichts zur Sache. Rosy ist ein liebes, gutes Mädchen, und Ihr seid ein hübscher junger Kerl, ein guter Jäger und – wenn es sein muß – auch ein guter Arbeiter; was sollte Euch also hindern, selber Wirthschaft anzufangen? Doch hier ist etwas, um das ich Euch fragen will – wollt Ihr Rowland's einen großen, einen sehr großen Dienst leisten?«

»Rowland's, was ist es, sprecht!« rief Tom, augenscheinlich bestürzt über die Feierlichkeit des Mannes: »steht es in meinen Kräften?«

»Das müßt Ihr selbst beurtheilen,« sagte Smith und machte ihn nun in kurzen Worten mit dem bekannt, was er sowohl gestern Abend von den Indianern gehört, wie auch, was er selber über die Sache denke. Fairfield hörte ihm schweigend und mit der gespanntesten Aufmerksamkeit zu, er schien jedes Wort von den Lippen des Redenden zu nehmen, und nickte nur manchmal, wenn der Händler irgend etwas äußerte, das seinen Ideen begegnete, leise mit dem Kopf.

»Und Ihr glaubt, daß Mrß. Rowland's Sohn unter den Konzas lebe?« sagte er endlich, als der Händler schwieg, und sah diesen fragend an.