Die Deutschen, Wolf, Meier und Ehrhardt, hatten da begonnen, wo das höhere Land anfing aufzulaufen, und zwei Bäche, aus beiden Thälern kommend, niederliefen. Unter ihnen arbeiteten die Mexikaner, die schon wochenlang da thätig gewesen waren und viel Gold herausgeschafft haben mußten, sie wären sonst nicht so lange auf der einen Stelle geblieben. Das hier aufsteigende Land zwang die Deutschen aber auch, bei der großen Anlage ihres Claims, eine große Masse Erde auszuwerfen, und sie hatten mit angestrengtem Fleiß ziemlich acht Tage gehackt und gegraben, ausgeworfen und weggefahren, als sie endlich auf lehmhaltigen Kies, fast stets die goldhaltige Erdart, stießen und nun zu probiren anfingen.

Wolf hatte eine Pfanne voll heraus und zum Wasser genommen, sie dort zu untersuchen, und die beiden Anderen saßen unten auf dem Kies, die Rückkehr des Kameraden abzuwarten und das Resultat zu erfahren, ob der Kies „lohne,“ d. h. ob es der Mühe werth wäre mit Waschen anzufangen, oder ob sie erst lieber noch einen „Spatenstich“ hinauswerfen sollten. Wenn die Pfanne voll Erde nicht wenigstens etwa ein Sechstel Thaler Goldwerth enthielt, wurde der Grund gewöhnlich noch nicht für gut befunden, und selbst das „zahlte nicht,“ sobald man ihn weit zum Wasser zu schaffen hatte.

Wolf kam jetzt zurück, blieb oben am Rand des etwa zehn oder eilf Fuß tiefen Loches stehen und sagte, die Blechpfanne vor sich haltend und langsam mit dem Kopfe schüttelnd: „’s Große ist’s noch nicht!“

„Nun wie macht sich’s Wolf?“ fragte ihn Meier, aufstehend und den Arm nach der Pfanne ausstreckend um sich von dem Goldbestand zu überzeugen, „sollen wir anfangen?“

„Ich weiß nicht,“ meinte Wolf, die Pfanne hinabreichend, in der Beide unten die paar Körner Gold, die sie enthielt, herüber- und hinüberschoben, „wenn’s nicht mehr ausgiebt kann’s noch Nichts helfen, und wir werfen den Quark lieber zu Tag, als daß wir uns den Buckel damit wund schleppen. Das lohnt nicht.“

„Hm, wir wollen lieber erst noch einmal eine andere Pfanne voll probiren,“ sagte Meier, „am Ende werfen wir uns sonst selbst das Gold hinaus und behalten nachher nur ein paar Zoll Erde zum Waschen übrig. Ich glaube gar nicht, daß wir so schrecklich weit vom Fels ab sind, und nachher ist’s Essig.“

„Gut, dann können wir noch eine Pfanne voll aus der Ecke da drüben versuchen,“ meinte Ehrhardt. „Nach der Seite hin hab’ ich so das meiste Vertrauen.“

„Das weiß der Henker,“ sagte Meier jetzt, sich überall umsehend, „mir ist es immer, als ob ich hier unten so was bubbern und klopfen höre, und es regt sich doch Nichts — ob es hier Maulwürfe giebt?“

„Maulwürfe?“ lachte Ehrhard, der zu gleicher Zeit seinen Spaten aufgegriffen hatte und die Pfanne (aus der er vorher die paar Goldkörner auf einen flachen, trockenen Stein gelegt) wieder auffüllte, „wo sollen hier Maulwürfe herkommen? und wenn sie da wären, machten sie doch keinen Spektakel; wo ist denn was?“

„Jetzt ist es wieder ruhig,“ meinte Meier, der ein paar Sekunden aufmerksam gehorcht hatte, „aber ich habe es den ganzen Morgen schon gehört.“