„Wolf,“ stöhnte aber Meier und strich sich mit der linken Hand, noch immer in Schrecken und Entsetzen, die Haare aus der Stirn, während er mit der anderen, und stieren Blicks in das ausgeworfene Loch hinunterdeutete. — „Da unten — da unten hat was — da unten hat was geschrieen.“
„Hahahahaha!“ lachte Wolf, „das ist gut — das ist kostbar — und was hat Dich heraufgejagt, Ehrhard?“
„Mich?“ fragte dieser verdutzt — „mich? — ich weiß nicht — aber, wie Meier so auskniff, da glaubt’ ich, die verdammte Bank fiele ein, und seit ich dabei war wie der Neger verschüttet wurde, hab’ ich allen Respekt vor solchem Einsturz bekommen — was war denn los, Meier?“
„Ich sage Euch, Menschen!“ rief aber dieser, noch immer todtenbleich und an allen Gliedern zitternd — „so wahr ich hier stehe und lebe und gesund zu bleiben hoffe, dort, unter der Erde d’runten — Du brauchst nicht zu lachen, Wolf — da unten hat, bei Gott! was geschrieen.“
„Na nu setz mich mal an Land!“ rief Wolf, der einige Seereisen gemacht und noch gern Schiffs- und See-Ausdrücke in seiner Rede gebrauchte — „Junge, Du hast Dir heute die Brandyflasche zu genau gegen das Licht gehalten.“
„Ich bin bei meinen fünf Sinnen,“ betheuerte aber Meier — „ich lebe und sterbe darauf, und es ist mir den ganzen Morgen schon so vorgekommen, als ob da unten etwas laut wäre.“ —
„Hallo, was ist da vorgegangen!“ riefen jetzt von den benachbarten Gruben ein paar Amerikaner, die die Aufregung der Deutschen sahen und rasch herbeigesprungen kamen, — „wer hat einen Klumpen gefunden?“
„Ja Klumpen gefunden,“ lachte Wolf noch immer — „mein Compagnon da hat mit der Brechstange in den Grund gestoßen und behauptet jetzt, es hätte Jemand da unten geschrieen.“
„Geschrieen? — wo? — unter der Erde?“
„So wahr ich selig zu werden hoffe,“ betheuerte Meier.