Er war bei den letzten Worten schon fast außer Sprechweite und den andern Männern blieb jetzt, da die Indianer indessen auch zuviel Vorsprung gewonnen hatten sie wieder einzuholen, nichts weiter übrig als seinem Beispiele zu folgen.

„Der schwarze ostindische Schuft soll aber, wenn wir zurückkommen, beweisen, daß ihm das Gold wirklich gestohlen worden ist,“ rief da ein Amerikaner, den diese Art Gerechtigkeitspflege doch nicht so recht gefallen mochte, entrüstet aus: „Und wenn er das nicht vermag, so kann er sich darauf verlassen, das es ihm eine Weile schlecht geht.“

„Ja, der wird warten bis wir zurückkommen,“ lachte der Texaner, indem er die dort in der Erde steckenden Pfeile herauszog und zusammen nahm — „der ist jetzt schon gewiß über alle Berge. Es sind aber doch bösartige Dinger, diese gläsernen Pfeilspitzen, und wenn die so in einer Wunde abbrechen wie hier im Boden, müssen sie verdammt böse Folgen nach sich ziehen — vergiften sie ihre Pfeilspitzen auch manchmal?“

„Nein, ich glaube nicht,“ erwiederte ihm der Amerikaner, — „habe wenigstens nie davon gehört, und so bösartig sind diese Stämme nicht. Aber kommt, es wird spät, und ich möchte nach dem Vorgefallenen hier nicht im Walde campiren. Verdenken könnte man’s den braunen Burschen wenigstens nicht wenn sie Rache nähmen.“

„O, hol’ sie der Böse, dazu sind sie zu feig,“ rief der Texaner, beschleunigte seine Schritte aber doch, und die Sonne stand noch ziemlich hoch am Himmel, als sie Douglas-Flat wieder erreichten.

Das Verhör.

Wie der Texaner glaubte, wäre es auch wohl geschehen, und der Ostindier nach dem Vorgefallenen schwerlich mehr an dem Abend in Douglas-Flat zu finden gewesen. Durch des Franzosen Dazwischenkunft war er aber verhindert worden diesen löblichen Vorsatz auszuführen, und als die Amerikaner zurückkamen und ihn noch vorfanden, ihr Gewissen überdies von einer übereilten Handlung nicht frei wußten, beschlossen sie ihn den Gerichten zu übergeben, damit diese die Sache jetzt (die nun doch einmal verpfuscht war) wieder in Ordnung bringen könnten.

Der Ostindier sollte vorher übrigens noch gestehen ob er wirklich Gold bei sich gehabt hätte oder nicht. Er schien aber urplötzlich jede Kenntniß der englischen Sprache total verlernt zu haben, und fing auf eine so fürchterliche Art an zu kauderwelschen, daß weder Sinn noch Verstand in das was er sagte zu bringen war. Seine Inquisitoren mußten es in Verzweiflung aufgeben, und ein paar Freiwillige wurden aufgerufen, die ihn noch an dem Abend an den Alkalden in Murphys New Diggins oder Stoutenburgk, wie der Ort genannt wurde, abliefern sollten.

Freiwillige fanden sich hiezu genug, denn die zahlreichen Spieltische in Stoutenburgk lockten doch fast jeden Abend einen großen Theil der Goldwäscher aus Douglas-Flat dort hinüber, und bald darauf wurde der Ostindier, wegen dem vor ein paar Stunden die ganzen Minen in Alarm gekommen, und auf dessen bloses Wort hin Menschenblut — und wahrscheinlich das Blut eines Unschuldigen — vergossen war, mit auf den Rücken gebundenen Händen nach Stoutenburgk geführt, und dort dem Sheriff zu weiterer Untersuchung übergeben.

Noch an demselben Abend kamen aber zwei der Kayota-Indianer als Abgesandte ihres Stammes nach Stoutenburgk. Beide sprachen etwas englisch, ließen sich vor den Alkalden führen und brachten dort ihre Klagen gegen die weißen Männer vor, die sie überfallen und auf sie geschossen hätten. Sie frugen dabei, ob die Bleichgesichter wirklich Krieg mit ihnen, die sie nie gekränkt oder beleidigt hätten, führen wollten, oder ob das blos ein Paar „bad men“ gewesen wären, die ihren armen Kameraden „potolok“ gemacht.