Säcken, so froh,

Hurrah dann, die wackern, tollen

Goldgräber ho! —

Mit tüchtigem Nachdruck, der sich besonders bei den letzten Versen, wo sie die Melodie etwas wegbekamen, zu einem wahren Jubel steigerte, wurde der Chor abgesungen, und alle nur möglichen und unmöglichen Lieder kamen jetzt an die Reihe. Haye schrie sogar wieder „Bumsfallera“, und Hammerschmidt „ich bin liederlich“ und von den benachbarten Hügelhängen hatten sich indessen auch schon die nächsten Engländer und Amerikaner herangezogen, die Lieder mit anzuhören. Meier sang jetzt das Ständchen — „ich will vor Deiner Thüre stehn,“ mit den dazu gehörigen Gesten und zwar, statt der Geliebten Fenster, unter einem Eichbaum — Klaußen hatte sich ebenfalls „einen Kleinen“ angetrunken und wurde harmonisch; Wohlgemuth nahm Albert in die eine Ecke und erzählte ihm eine entsetzlich lange Geschichte aus seinen Schuljahren, wo sie dem Lehrer einmal einen Knochen unter den Stuhl gelegt und mit welcher Geistesgegenwart er sich damals aus der Affaire gezogen. Renich hatte sich an den Landrath gemacht, der aber unter der Zeit immer mit sang, und erzählte ihm aus der alten Römischen Geschichte irgend einen an sich gewiß sehr wichtigen, für Försterling aber fürchterlich gleichgültigen Fall, den er nachher wieder mit der neueren Geschichte, von der sein immer daneben hinausschreiender Zuhörer nichts wissen wollte, in Verbindung brachte.

Indessen nahm Feuer und Grog ein Ende, Einer nach dem Andern drückte sich in sein Zelt — Renich wie Wohlgemuth hatten schon beide ihre Zuhörer verloren und Renich war ebenfalls zu Bett gegangen; noch aber blieb ein kleiner Rest beim Becher. Meier und Wohlgemuth hielten zusammen aus. Meier weil er nie früher zu Bett ging, und Wohlgemuth, weil er noch das Bedürfniß fühlte sich mitzutheilen.

Natürlich dauerte es keine viertel Stunde und die Beiden staken bis über die Ohren in Politik. Wohlgemuth war früher in den Vereinigten Staaten gewesen und vertheidigte den 40 acres grant — Meier dagegen schimpfte auf unsere deutschen Verhältnisse, und ob sie sich nun einander nicht verstanden, oder in diesen beiden Puncten gegenseitig genug Anhalt fanden einander zu Leibe zu rücken weiß ich nicht, aber sie wurden hitzig, und Haye guckte ein paar Mal aus dem Zelte hinaus, zu sehen ob sie sich nicht beim Kopfe hätten.

Da Wohlgemuth sehr schwer hörte mußte Meier sehr schreien, und da Meier sehr schrie, konnte Wohlgemuth seine Argumente ebenfalls nicht mit leiser Stimme geltend machen. So entstand endlich allein zwischen den beiden Menschen ein solcher Scandal, daß hier und da die Schläfer wieder munter und murrende Stimmen laut wurden. Endlich konnte es Försterling nicht länger aushalten.

„Zum Donnerwetter, Meier!“ rief er zum Zelt hinaus — „Ihr habt ja alle Beide recht, aber komm nun zu Bett.“

„Halt’s Maul Landrath, das verstehst Du nicht,“ rief Meier in allem Eifer.