Als der Dolmetscher alles angehört hatte, wandte er sich, die Augen dabei fest auf das Blatt Papier gerichtet, gegen den Verklagten, der jetzt seinerseits ebenfalls mit der ernsthaftesten Miene und größten Aufmerksamkeit dasaß, und übersetzte ihm lesend, wessen er beschuldigt sey, und frug ihn, ob er die Wahrheit der Sache zugestehe.
Der Mexikaner sah hierauf erst ein paar Secunden, wie in tiefem Nachdenken, still vor sich nieder, und erwiederte dann in der eigenen singenden Weise der Spanier:
„Si Señor, ich habe die Maulthiere von dem Manne mit den Waaren bekommen, und die Waaren an der bestimmten Stelle abgeliefert, ist dem nicht so?“
Die Frage wurde dem Kläger gestellt, und dieser bejahte sie, fügte aber hinzu, „daß er wegen der Waare nicht geklagt habe, sondern nur wegen der zurückgehaltenen Thiere.“
Der Deutsche hatte diese Antwort ebenfalls in Spanisch gesprochen, und Don José wollte gerade darauf erwiedern, als ihn der Richter unterbrach:
„Stop“, sagte er, „ich möchte auch gern wissen, was Ihr da zusammen verhandelt, God damn it, Ihr verlangt doch nicht, daß ich Euer verwünschtes Espagnole auch noch verstehen soll? Patrick, wie war die Geschichte?“
Patrick übersetzte dem Richter das, was beide Parteien gesagt, und dieser frug dann weiter:
„Aber wo sind jetzt die Maulthiere? Habt Ihr die auch nachher ihrem rechtmäßigen Eigenthümer zurückgegeben, oder was ist mit ihnen geschehen?“
Der Mexikaner ließ sich die Frage erst übersetzen, dann sagte er achselzuckend:
„Quien sabe? — als ich nach Stockton zurückkam, war der Mann noch immer nicht zurück. Ich mußte die Thiere einem andern zur Aufsicht übergeben, was ich aus meiner eigenen Tasche bezahlt habe, der wurde aber krank, und Amerikaner oder meine eigenen Landsleute haben die Maulthiere indessen gestohlen. Mein Bruder ist aber nach, und wenn er sie wieder findet, soll der Mann ebenfalls keinen Schaden leiden.“