„Ih nun, ich weiß nicht“, sagte Patrick etwas verlegen, „ich denke etwa zwei Unzen.“
„Ah was, sagt drei“, meinte der Richter mit etwas leiserer Stimme und einem vertrauten Nicken des rechten Augenlids.
„Oh, meinetwegen auch drei“, schmunzelte Patrick, und der Mann des Gesetzes nahm seine Rechnung wieder auf:
„Also 1410, und 50 D. für Dolmetschen, sind gerade zusammen 1460 D., Patrick, sagt einmal dem José Tonsuras oder Tonjuras, wie er heißt, daß ihn die Court zu 1460 Dollars Strafe verurtheilt hat, und zwar 1260 für den Kläger, 100 für Courtgebühren, 50 für Sheriff und 50 für Dolmetschen — 1660 zusammen.“
„1460“ erinnerte Patrick.
„1460? — ja das ist recht, 1460 — nun es kommt auf eine Kleinigkeit nicht an. Die Summe ist übrigens in Zeit von drei Stunden zu entrichten.“
José war leichenblaß geworden, und konnte kaum die Zeit abwarten daß ihm der Spruch übersetzt war, als er aufstand und dagegen protestiren wollte; Judge Reynolds war aber nicht der Mann, der sich in einem einmal gethanen Spruch irre machen ließ.
„Patrick,“ rief er diesem zu, „sagt dem Mann einmal, daß er, wenn ihm sein Geldbeutel lieb ist, sein Maul halten soll. Herunter disputiren kann er gar nichts mehr, nur noch hinauf, und ich glaube kaum, daß ihm daran viel gelegen ist. Macht ihm übrigens auch noch nebenbei bemerklich, daß der Sheriff seine sämmtlichen Maulthiere hinter dem Hause hat — wie Sheriff?“ — Dieser nickte bejahend, und der Richter fuhr fort, „und daß die, wenn das Geld nicht in drei Stunden hier ist, heute Nachmittag vom Sheriff verkauft werden — verstanden? wer nachher dabei zu kurz kommt, wird José schon wissen — ein Nicken ist gerade so gut wie ein Wink für ein blind Pferd.“
José erbot sich jetzt in letzter Verzweiflung, denn er sah wohl, daß er hier vollständig in der Falle saß, bis in acht Tagen wenigstens die Mehrzahl der Maulthiere wieder an Ort und Stelle zu liefern. Judge Reynolds sagte aber nur kurz zu Patrick:
„Habt Ihr dem Manne alles ordentlich verspanischt, was er wissen soll?“