»So weit es mich betrifft, eine faule, erbärmliche Lüge,« sagte die Dame stolz.

»So leugnen Sie jedes Mitwissen an dem Vergehen ab?«

»Jedes.«

»Aber Sie bezweifeln das Vergehen selber nicht?«

»Ich bezweifle es allerdings, weil ich es nicht für möglich halte.«

»Sehr schön. Sie werden Ihre Vorladung erhalten, wenn Sie hier wieder zu erscheinen haben.«

»Und die darf gehen und ich werde eingesperrt?« rief die Heßberger. »Und wissen Sie, was die ihrem Bruder gestohlen hat, seit sie ihm draußen die Wirthschaft führt – jedes Jahr mehr, als ich und mein Mann unser ganzes Leben zusammengebracht haben!«

»Schaffen Sie die Frau wieder in ihre Zelle, Schultze,« sagte der Justizrath zu dem Polizeidiener, der schon in die Thür getreten war, als die Heßberger in ihr erstes Toben ausbrach.

»Und das ist Gerechtigkeit!« hohnlachte das Weib. »Verdreht und gewendet, wie man's gerade braucht, gelogen und betrogen, nur nicht für das vornehme Pack, dem man nicht zu nahe treten darf!«

»Schaffen Sie das Weib hinaus!«