Fritz Baumann war blutroth geworden, als er den Staatsanwalt bemerkte, und wollte sich mit einer Verbeugung entfernen. Aber jetzt erkannte Witte auch ihn und sagte, indem er ihm die Hand entgegenstreckte:
»Herr Baumann, entschuldigen Sie, ich hatte hier unsern Rath so fest auf dem Korn, daß ich gar nicht auf seinen Begleiter achtete!« Sein Blick traf dabei den des jungen Mannes, und der herzliche, derbe Druck der Hand bewies diesem wenigstens, daß der Vater andere Gefühle hege als die Tochter – und wie dankbar war er ihm dafür!
Frühbach merkte aber natürlich von diesem Zwischenspiele gar nichts. Dem glücklichen Sterblichen, der nur an der Oberfläche herumschwamm und Blasen fischte, war die Begrüßung der beiden Männer eine gewöhnliche Höflichkeitsform, und er sagte deshalb auch, darüber hinwegsehend: »Aber was um des Himmels willen wollten Sie von mir? – Ah, Adieu, lieber Baumann – Adieu, auf Wiedersehen! – Sehr netter junger Mann, der Baumann, wie?«
Der Staatsanwalt nickte und sah sinnend dem Davongehenden nach; aber die Frage des Raths war doch zu direct gewesen, und sich wieder an diesen wendend, indem er ihn unter den Arm nahm und die Straße hinabführte, erwiederte er: »Ja so, was ich gleich sagen wollte, den Major habe ich heute vergeblich gesucht; ich war zweimal bei ihm draußen.«
»Den Major?« wiederholte Frühbach, und Frau Müller stand in all' ihrer Entsetzlichkeit leibhaftig vor ihm.
»Jawohl, Eurer fatalen Geschichte wegen,« bestätigte der Staatsanwalt; »er war aber nirgends anzutreffen, und wie ich zu Ihnen kam, hieß es ebenfalls, Sie wären über Land.«
»Ja, Sie wissen wohl, bester Staatsanwalt, meiner Verdauung wegen....«
»Na, das ist jetzt einerlei, und die Hauptsache bleibt, daß ich Sie erwischt habe.«
»Aber ich begreife gar nicht....«
»Ich werde Sie nicht lange zappeln lassen. Sie waren neulich mit dem Major in Vollmers, wie?«