Zum Arbeiten war es heute freilich zu spät geworden – er fühlte sich dazu auch nicht besonders aufgelegt –, aber andere Sachen blieben noch zu erledigen, und morgen dann begann er wieder mit frischen Kräften.

In seiner Stube stand, noch immer in rastloser Thätigkeit, das perpetuum mobile, welches er damals Benno bei seinem letzten Besuch gezeigt und noch immer nicht an den Eigenthümer abgeliefert hatte, obgleich dieser schon ein paarmal danach geschickt. Das konnte er heute selber hintragen, denn einem Andern mochte er es nicht anvertrauen. Aber er mußte vorher damit bei den Eltern vorgehen, denen er davon erzählt. Die Mutter wollte es so gern einmal selber sehen; auch der Vater hatte mit ihm die Sache eifrig besprochen, wie es möglich sei, etwas herzustellen, das sich selber in Bewegung halte und nicht auslaufe. Ueberdies schämte er sich jetzt der Schwäche, die er heute Mittag dem alten Schlossermeister gegenüber gezeigt; der Vater sollte wenigstens sehen, daß er nicht lange Zeit gebraucht, um darüber Herr zu werden, und das würde ihn, wie er recht gut wußte, freuen.

So nahm er denn das kleine Kunstwerk auf und ging damit zu den Eltern hinüber, fand auch den Vater, obgleich es schon stark auf den Abend zuhielt, noch scharf bei seiner Arbeit.

»Holla, Fritz, was bringst Du da?«

»Das perpetuum mobile, Vater. Ihr wolltet es ja gern einmal sehen, und ich muß es jetzt wieder dem Eigenthümer hintragen.«

»Hm,« sagte der Alte, der nur einen flüchtigen Blick auf das Kunstwerk warf, während die Uebrigen darum herdrängten. Sein Auge flog forschend über die Züge des Sohnes, und wie damit befriedigt, fuhr er fort: »Bravo, mein Junge, Du hast den schwarzen Rock und damit eine ganze Menge anderer Dinge wieder ausgezogen, und das freut mich, freut mich von Herzen! Geh' nur damit in die Stube – laß die Pfoten davon, Karl, Du mußt doch gleich Alles betasten. Setz' es nur drinnen hin, Fritz, ich komme gleich nach.«

»Ist die Mutter drin?«

»Ja, ich glaube; sie war vorhin ausgegangen, ist aber wieder zurück. Weiß der Henker, was sie hat! Vorhin wurde sie doch auf einmal unwohl, aber es muß wohl wieder vorüber sein.«

Fritz ging in die Stube und fand zu seinem Erstaunen die Mutter, die er sonst nie ohne irgend eine Arbeit traf, wie in tiefen Gedanken auf und ab gehen. Wie sie ihn erkannte, blieb sie stehen, und während sie ihn ansah, traten ihr die Thränen in die Augen.

»Guten Abend, Mutter!« sagte Fritz, indem er das Mitgebrachte auf den Tisch stellte. »Ich wollte Dir hier einmal die kleine Maschine zeigen, von der ich Euch neulich erzählt. Es ist wirklich eine Art von Kunstwerk.«