»Um Gottes willen,« rief er, »der Mörder ist entflohen – ruft Leute, die ihm nachsetzen!«
»Heda, mein Bursche, ich glaube nicht, daß er so weit fort ist,« schrie ihn da ein derber Bursche an. – »Haltet ihn fest – gebt ihm Eins auf den Kopf, wenn er nicht still ist! Was ist hier vorgefallen?« riefen die Anderen.
Fritz Baumann rang aus Leibeskräften, um sich frei zu machen, denn durch den Irrthum entkam der wirkliche Thäter.
»Setzt nur nach!« rief er, als er sah, daß das nicht möglich war, denn immer mehr Leute kamen herbeigestürmt und warfen sich auf ihn. »Schickt Leute nach rechts und links die Straße hinunter – ein Mann ist dort hinaus geflohen – er kann nicht groß sein!«
»Na, Du wirst ihn schon später noch genauer beschreiben können!« rief ein corpulenter Bursche, ein Bierbrauer, der in der Nahe wohnte und mit herbeigesprungen war, als er den Lärm hörte.
In dem Hause selber wurden unruhig hin und her fahrende Lichter sichtbar. Baumann war in Verzweiflung.
»Aber Ihr könnt mich ja meinetwegen hier festhalten, seht nur, daß Ihr den weggelaufenen Mörder fangt!«
»Mörder?« schrie eine Frau aus dem Fenster in Todesangst.
»Mörder?« wiederholten auch die Leute unten im Hof erschreckt, und Einer schrie: »Mit der Laterne hieher – kommt einmal her, Freund, leuchtet einmal hieher!«
Der Zuruf galt einem der schüchternen Nachbarn, der mit einer Laterne herausgekommen war, um zu sehen, was vorgehe, und eben damit in dem Hofthor erschien. Der Mann kam auch, wenngleich ein wenig scheu, in demselben Augenblick mit der Laterne heran, als die Hausthür geöffnet wurde und ein Officier heraussprang.