»Und sind sie da nicht vollkommen entschuldigt?« lächelte der Graf.
»Der Kriegsminister wird alles daran wenden, um den Russen hier zu fesseln,« fuhr die junge Dame fort.
»Glauben Sie?«
»Was die Augen sehen, glaubt das Herz.«
»Und wenn wir den Satz umdrehen?«
»Sie sind unausstehlich heute, Graf!« rief die Dame, »für meine freundliche Warnung hätte ich andern Dank verdient.«
»Für Ihre Warnung, mein gnädiges Fräulein?« sagte Graf Geyerstein erstaunt.
»Tun Sie nur nicht so unschuldig,« rief die junge Dame, »und trauen Sie der Residenz nicht zu, daß sie blind ist, wenn Sie blind sein wollen. Sie kennen doch die Fabel vom Strauß?«
»Mit dem Kieselstein-Verschlucken?«
Fräulein von Zahbern wollte etwas darauf erwidern, aber sie biß sich auf die Lippen. »Wem nicht zu raten ist, lieber Graf,« sagte sie endlich, indem sie sich gegen ihn verneigte, »dem ist auch nicht zu helfen – ich sehe, da ist mein Wagen – au revoir!«