»Apropos – werden Sie heut abend den Zirkus besuchen?«
»Es ist Meßsonntag.«
»Leider Gottes, und ich ginge so gern! Madame Bertrand soll eine reizende Frau sein. Graf, Graf, nehmen Sie sich in acht!«
Fräulein von Zahbern drohte ihm dabei, als er ihr gerade den Arm bot, um sie in den Wagen zu heben, lächelnd mit dem Finger.
»Wieder eine Warnung, mein gnädiges Fräulein?« fragte der Rittmeister.
»Ich will weiter nichts gesagt haben,« erwiderte die Dame, und die weitere Unterhaltung wurde durch das Anziehen der Pferde abgebrochen.
Der Rittmeister schritt langsam seiner eigenen Wohnung zu.
5.
Am nächsten Morgen war Graf Geyerstein früh aufgestanden und hatte einige Briefe geschrieben. Nach dem Frühstück ging er unruhig in seinem Zimmer auf und ab, und sah wohl hundertmal nach der Uhr, deren Zeiger ihm nie so langsam fortgeschlichen waren, wie gerade heute. Endlich schlug es acht. Sein Bursche Karl trat herein und fragte nach den Briefen, die ihm der Herr Rittmeister befohlen hätte auf die Post zu schaffen.