»Hoffe das nicht,« sagte der Graf, »ich war gestern zugegen, wie er dir günstigen Bescheid erteilte, und konnte es nicht hindern. Aber eine Ausrede findest du leicht, ein verstauchter Fuß, ein plötzliches Unwohlsein selber kann dich leicht verhindern, von der erhaltenen Erlaubnis Gebrauch zu machen. Laß selbst die Vorbereitungen dazu treffen, wenn du willst, nur wage dein Leben nicht weiter in solch nutzloser, frevelhafter – ja, du darfst mir den Ausdruck nicht übelnehmen – entehrender Kunst.«

»Ich will versuchen, ob es möglich ist,« sagte Georg. »Aber ich sehe auch ein, daß du recht hast: Georgine darf vorderhand noch nichts weiter erfahren; ich selber muß dagegen alles vermeiden, ihren Verdacht zu erwecken. Sie ist einmal mein Weib, die Mutter meines Kindes, und ich bin mit ihr für dieses Leben verbunden. Sie einen höheren Lebenszweck kennen zu lehren, sei fortan mein Ziel, und mein Kind mag dir später danken, was du an ihm – an uns getan.«

»Georg!«

»Genug, jetzt laß mich fort; ich höre, wie draußen deine Türe geöffnet wird.«

»Mein Bursche kommt zurück. Ich habe ihm verschiedene Aufträge erteilt, um ihn für diese Zeit entfernt zu halten.«

»Und wo sehe ich dich wieder?«

»Hier, jeden Morgen bin ich bis zehn Uhr zu Hause. Willst du mich früher treffen, so laß mich durch ein paar Zeilen wissen, wo wir uns ungestört begegnen können.«

»Leb wohl!«

»Leb wohl, Georg, und Gott stärke dich in deinem neuen Leben.«

6.