»Und wie steht's mit den Wilderern und Holzfrevlern, Barthold?«

»I nun, Herr Graf,« lächelte der Alte schlau vor sich hin, »so viel ich weiß, befinden die sich wohl.«

»So?« lachte der Rittmeister, »also es geht ihnen gut hier?«

»Das wollte ich doch nicht damit sagen,« meinte der Alte, und aus seinen kleinen grauen Augen blitzte ein eigenes Feuer. »Wir haben auch lange nichts von ihnen gesehen, aber auf den Nachbargütern kehren sie manchmal ein, und ist mir nie zu Ohren gekommen, daß dort einem ein Schaden geschehen wäre. Den Holzlesern tun wir natürlich nichts. Die armen Leute brauchen im Winter auch das bißchen Holz, und draußen verfault's doch.«

»Das ist auch nicht mein Wille,« sagte freundlich der Graf. »Und wie ist's mit dem Wildstand, Förster, schreien die Hirsche noch?«

»Brav,« erwiderte der Weidmann, »da wir wußten, daß der Herr Graf selber herkäme, ist auch noch keiner das Jahr geschossen worden.«

»Vortrefflich; wenn wir Zeit haben, werden wir da nächstens einmal hinausgehen. Geyfeln, Sie sind doch Jäger?«

»Leidenschaftlich, aber ein besserer Jäger wohl als Schütze.«

»Das lernt sich alles, und das vielleicht am leichtesten; unsere Jagd ist hier nicht schlecht. Aber da seh' ich unsere Pferde. Adieu, Förster, adieu, Barthold; ich werde es euch sagen lassen, wenn wir herauskommen; aber noch besser, kommt morgen einmal hinauf auf's Schloß – ich habe so noch manches mit euch zu bereden.«

Und mit den Worten grüßte er die beiden Forstleute, und wieder zu Pferde, sprengten die Reiter auf das Gut zurück.