Der Forstwart war neben dem Förster stehen geblieben und sah ihnen nach, solange er sie zwischen den stattlichen Eichenstämmen mit den Augen verfolgen konnte. Erst als sie hinter den Büschen des Unterholzes verschwunden waren, wandte er sich kopfschüttelnd ab und wollte eben wieder an seine vorher verlassene Arbeit gehen.

»Nun, Forstwart, Ihr schüttelt mit dem Kopfe,« meinte da der Förster, »gefällt Euch der fremde Pachter nicht?«

»Doch, Förster,« erwiderte der Alte, »sehr gefällt er mir, aber es kommt mir fast so vor, als ob es kein ganz Fremder wäre.«

»Nicht? – Kennt Ihr ihn von früher her?«

»Nein, Förster – ich habe sein Gesicht wohl nie gesehen, und doch kommt es mir so wunderbar bekannt und freundlich vor. Wenn ich nicht wüßte, daß...«

»Was?«

»O, nichts – ist so eine alte Idee von mir. Man bekommt auch so viele Leute im Leben zu sehen, bis einem die verschiedenen Gesichter zuletzt im Gedächtnis durcheinander laufen. Nachher kann man sie nicht wieder auseinander herausfinden. Ich werde schon recht alt, Förster.«

»Na, Ihr könnt noch immer eine Weile mit herumlaufen,« lachte der Förster gutmütig. »Mein Vater ist neunzig alt und noch so frisch auf den Beinen, als ob er kaum sechzig zählte.«

»Wie Gott will,« seufzte der alte Mann, ging zu seinem Sitz unter der Linde und nahm den Schwanenhals wieder auf, an dem er fortscheuerte, um das Eisen blank und rostfrei zu bekommen. Leise vor sich hin summte er dazu ein altes Lied, und manchmal sprach er auch mit sich selber, aber immer nur halblaut, daß es kein anderer verstehen konnte, und dazu nickte er zuweilen mit dem Kopfe.

Endlich war er fertig, ging in ein kleines Seitengebäude, in dem sein Zimmer lag, hing dort sein Schwanenhals auf, nahm dafür seine alte einfache Flinte von der Wand, und schlenderte dann langsam, ohne sich um das für ihn bereitgehaltene Frühstück zu bekümmern, in den Wald hinein.