»Na, Herr Mühler,« sagte dieser, der mit einer frischen Flasche zum Tische trat, »sind ja heute recht fidel. Hab's mir gleich gedacht, daß Sie mehr wollten, und die alte Sorte mitgebracht. Nicht wahr, die schmeckt?«

»Es geht – da nehmt die leeren Flaschen mit. Tobias hier ist heute etwas niedergeschlagen, und den müssen wir wieder fidel machen – trinkt Ihr ein Glas mit, Sternenwirt?«

»Gleich steh' ich zu Befehl, Herr Mühler – muß nur einmal hinunter in die Schmiede, dort etwas zu besorgen – ich bin bald wieder da. Sollten Sie in der Zeit etwas wollen, so steht es drüben in der Stube, und meine Alte da kann es Ihnen geben.«

»Der kann abkommen,« sagte brummend Tobias, als der Wirt das Zimmer verlassen hatte, »Lump nichtsnutziger. Wer Geld hat, dem macht er den Buckel krumm, und so wie er merkt, daß es dünn wird, kennt er einen nicht mehr und fängt an schwer zu hören. Dir knöpfe ich die Ohren noch einmal auf, Halunke – aber – über was sollt' ich's Maul halten, Mühler? – Was kann der Baron, und was kannst du?«

»Baron,« sagte Mühler, die Achsel zuckend und sich und Tobias aufs neue einschenkend, »der da drüben ist so wenig Baron wie du und ich.«

»Den Teufel auch!« murmelte Tobias leise und erstaunt vor sich hin.

»Das schadet auch nichts, Kamerad,« lachte der Alte in übermütiger Laune weiter, »bah, so viel für einen lumpigen Baron, wenn er nichts weiter kann, als Samstags dem Verwalter sein Geld auszahlen, und für das übrige den lieben Gott sorgen läßt – unser Monsieur Bertrand kann mehr.«

»Mosje Bertrand?« fragte Tobias erstaunt.

»Sagte ich Bertrand?« fragte Mühler, dem das Wort nur so entfahren war.

»Ich dächte...«