»I bewahre!« sagte Tobias, das Geld, ohne es zu überzählen, in die Westentasche schiebend, »und du kommst wirklich nicht wieder?«

»Wenigstens so bald nicht. Heut abend denk' ich noch bis Kerkhofen zu marschieren.«

»Dann darfst du dich auch nicht länger aufhalten,« sagte Tobias, der seine eigenen Gründe hatte, den Kameraden unterwegs zu wünschen, ehe der Wirt wiederkam.

»Darf ich nicht?« lachte Mühler, »aber ich glaube, du hast recht; es wird spät. So behüt' dich Gott, Alter, und trink mir nicht zu viel; es wär' schade, wenn wir dich verlieren sollten, denn eine solche natürlich rote Nase kommt nicht gleich wieder vor.«

»Ist mir auch sauer genug geworden,« meinte Tobias, »sie dahin zu bringen.«

»Kann ich mir denken – also nochmals adieu! komm, Hanswurst!« Und mit den Worten schüttelte er ihm die Hand, griff dann seinen Hut und sein Bündel auf und verließ, von seinem Spitz gefolgt, das Haus und das Dorf. Tobias begleitete ihn nicht. Es war noch ein Rest in der Flasche, den er erst vertilgen mußte, und dann gingen ihm auch eine Menge Dinge im Kopfe herum, die er vorher in aller Ruhe ordnen und sichten mußte; das Denken fing ihm doch an schwer zu werden. Wie er noch so da saß, kam der Wirt zurück.

»Nun,« sagte der, »wohin geht denn der Schwiegervater? Ich sah ihn von weitem, mit einem Bündel in der Hand, aus dem Dorf marschieren – weißt du's, Tobias?«

»Was geht mich der Mühler an?« murrte dieser, »ich bin sein Aufpasser nicht.«

Der Wirt ging zu seiner Frau ans Fenster, faßte sie an der Schulter und schrie ihr ins Ohr: »Hat der Mühler bezahlt?«

Die Frau schüttelte mit dem Kopfe, und der Wirt warf einen Blick nach Tobias und der jetzt leeren Flasche hinüber. Der aber regte sich nicht oder tat, als ob er nicht ein Wort von dem Gesprochenen gehört. Was ging ihn Mühler an? – Endlich stand er auf, nahm seinen alten Filzhut und sagte: »Was bin ich schuldig?«