»Meinen Sie wirklich?« rief der genannte Herr, sich im Sofa rasch emporrichtend, »aber Sie sollen mir Abbitte tun, Silberglanz – Sie vor allen anderen, denn gerade Sie wird es mehr als alle anderen interessieren.«

»Mich?« rief der Baron erstaunt.

»Tun Sie nicht so unschuldig – als ob wir nicht wüßten, wie Sie für die schöne Bertrand geschwärmt hätten.«

»Die Kunstreiterin?« riefen Fräulein von Zahbern und Frau von Zühbig wie aus einem Munde.

»Georgine Bertrand,« bestätigte der Generalintendant, sich an dem Genusse ihres Erstaunens weidend, »aber« – setzte er plötzlich mit gebrochener Hand hinzu – »Diskretion, meine Herrschaften! Was ich Ihnen jetzt mitteile, geschieht wie unter dem Siegel der Beichte. Ich selber habe versprochen, das Geheimnis zu bewahren, und werde es tun – hier natürlich, unter Freunden, darf man sich aussprechen.«

»Versteht sich, versteht sich,« rief Fräulein von Zahbern rasch und ungeduldig, »aber wo, bester Intendant, wo haben Sie Madame Bertrand gefunden?«

»Madame?« fragte von Zühbig lächelnd, »Madame nicht allein, Monsieur Bertrand, Fräulein Josefine, das ganze Nest, und darin wäre nichts besonders Außerordentliches, aber eben das wo? Das erraten Sie nicht, und wenn ich Ihnen ein Jahr Zeit dazu gäbe.«

»Nun? – o, quälen Sie uns nicht länger.«

»Du bist mehr als grausam, Guillaume.«

»Nun gut, so hören Sie denn – aber noch einmal, stumm wie das Grab!«