»I, der alte arme Teufel unten aus dem Dorfe – er war noch am Abend vor Ihrer Abreise hier oben und hatte wohl ein Glas zu viel getrunken, denn sonst habe ich ihn nie frech oder unverschämt gesehen, und Ew. Gnaden ließen ihn dann vom Hofe jagen.«
»Der ist ertrunken?«
»Er ist von hier aus nicht wieder ins Dorf gekommen. Ob er den Weg verfehlt hat, oder was sonst die Ursache war, Gott allein weiß es, aber am nächsten Morgen fischten sie ihn aus dem Bache unten auf, und gestern nachmittag haben wir ihn begraben – und eine schöne Leiche, wie der arme alte Mensch noch gehabt hat!«
»Der – ist – tot?« sagte langsam und sinnend Georg, »wunderbar!«
»Ach, du lieber Gott!« meinte die Haushälterin, »abkommen konnte er ja schon; zu was nütze war er doch nicht mehr auf der Welt, und Hunger und Kummer hätten ihn so vielleicht bald untergebracht; aber es tut einem doch immer in der Seele weh, wenn ein Christenmensch auf solcher Art, eigentlich wie ein ander Stück Vieh auch, seinen Tod findet, wenn es auch nicht einmal ein Verwandter gewesen wäre.«
Georg hörte schon gar nicht mehr, was sie sprach. – »Sind noch Briefe oder Zeitungen für mich gekommen?«
»Briefe – ja, ich weiß es wirklich nicht. Der Postbote war da, die werden aber dann wohl bei Ew. Gnaden im Zimmer liegen.«
»Haben Sie den Schlüssel?«
»Den hat das Fräulein.«