»Nach Hamburg – Hotel de l'Europe.«
»Sehr wohl.«
»Du bekommst doppeltes Fahrgeld, wenn du mich so rasch dahin bringst, wie deine Pferde laufen können.«
»Soll ein Wort sein,« sagte der Mann vergnügt. Georg stieg ein, und fort rasselte der Wagen über das Pflaster. Die Pferde liefen vortrefflich, und in verhältnismäßig kurzer Zeit hatten sie den bestimmten Platz erreicht.
Georg, der schon vorher dem Kutscher das Fahrgeld gegeben, sprang aus dem Wagen und stand wenige Sekunden später im Stalle neben seinem Rappen.
»Den Sattel – den Zaum!« war alles, was er sagte, als einer der Leute dienstfertig herbeisprang, ihm zu helfen. Er nahm das Geschirr aber nur aus seiner Hand und legte es selber dem Pferde an. Er selber schnallte auch den Gurt und befahl dann, als er alles in Ordnung wußte, dem Knecht, das Pferd vor das Haus zu führen.
»Wollen Herr Baron ausreiten?« sagte einer der geschäftig herbeieilenden Kellner.
»Ja, bitte, lassen Sie mir aus meinem Zimmer die Reitpeitsche und den Plaid herunter holen, die zusammen auf dem Fauteuil liegen.«
»Sehr wohl; Charles, Reitpeitsche und Plaid für den Herrn Baron – auf dem Fauteuil Nr. 21.«
Der junge Bursche flog die Treppe hinauf und war wenige Minuten später mit den verlangten Sachen wieder unten. Georg festigte den zusammengeschnallten Plaid an seinem Sattel, nahm die Reitpeitsche mit ihrem schweren, bleigefüllten Griff, faßte den Zügel und flog im nächsten Augenblick die Straße hinunter. Sein wackeres Tier brauchte er auch nicht anzutreiben, denn durch den vollen Tag, den es im Stalle gestanden, war es schon ungeduldig und rastlos geworden. Aber er wollte es auch nicht vor der Zeit anstrengen, um seine Kräfte zu schonen. Ueberdies durfte er, sobald er in die engen Straßen einbog, nicht so rasch reiten, und sein Tier deshalb einzügelnd, trabte er, so schnell er hier noch vorwärts rücken konnte, seinem Ziel entgegen.