»Wahrscheinlich – apropos, haben Sie lange nichts von Ihrem Freunde Baron Hugo von Silberglanz gehört?«
»Von meinem Freunde?« sagte Herr von Zühbig, dem dieses Epitheton in Verbindung mit sich und im Munde des stolzen Grafen eben nicht angenehm war, »ich weiß gerade nicht, daß Baron Silberglanz zu meinen speziellen Freunden gehörte. Er ist ein seelensguter Mensch und einmal in die Gesellschaft eingeführt, so daß man ihn nicht gut umgehen kann, aber...«
»Wenn Sie ihn wiedersehen sollten, und ich wäre vielleicht nicht hier,« sagte der Graf, »bitte, so grüßen Sie ihn doch von mir.«
»Von Ihnen?«
»Ja, er wird schon wissen, was es zu bedeuten hat.«
»Zu bedeuten hat?« wiederholte der Baron immer erstaunter, »ich gebe Ihnen mein Wort...«
»Ihr Wort?« fragte der Graf, ohne ihn ausreden zu lassen, »geben Sie das nicht auch manchmal leichtsinnig, Herr Intendant?«
»Ich will nicht hoffen,« sagte Baron von Zühbig rasch, aber doch mit einem etwas unbehaglichen Gefühl, das ihm sein Gewissen in diesem Augenblick aufdrängte. – »Haben Sie – haben Sie etwas mit Silberglanz gehabt?«
»Ich? – nicht das mindeste – ich kenne den Baron gar nicht,« sagte Graf Geyerstein gleichgültig. »Der Baron hat, wie ich erfahren, ein kleines Abenteuer gehabt, das er Ihnen aber wohl leider nicht ausführlich erzählen wird.«